SIA 118: Die juristischen Tücken der Verjährung

Was bedeutet Verjährung? Verjährungsfristen sind gesetzlich vorgeschriebene Fenster, innerhalb derer die Anspruchsberechtigten ihre Forderungen geltend machen müssen. Diese Zeiträume stehen jedoch für gewöhnlich nicht im natürlichen Verhältnis zum vorgegebenen Zeitrahmen eines Projektes. Der Zeitraum vom Beginn bis zur Fertigstellung kann viele Jahre umfassen. Zudem gehen die Verbindlichkeiten der Parteien über die Fertigstellung hinaus. Das bietet ausreichend Potential für juristische Stolperfallen. Im folgenden Artikel erfahren Sie nicht nur wie Sie sich innerhalb dieser Fristen Verhalten sollten, sondern auch wie Sie sich mithilfe von PlanRadar rechtlich absichern.

Der Richterhammer neben einem Hausmodell

Die OR 371 sieht für Mängelansprüche bei Bauwerken eine grundsätzliche Verjährungsfrist von fünf Jahren (ab Bauabnahme) vor. Gemäß SIA-Norm 118 verjähren die Mängelrechte des Bauherrn (Besteller) 5 Jahre nach Abnahme des Werkes oder Werkteils. Das bedeutet, dass Nacherfüllungsleistungen, Selbstvornahmen oder Schadenersatzansprüche nur binnen dieser Frist durchgesetzt werden können. Erfahren Sie im Weiteren mehr über:

  • Tücken der Verjährungshemmung
  • Beweissicherung mit PlanRadar
  • Umverteilung der Fachkompetenz
  • Digitales Mängelmanagement

Tücken der Verjährung

Eine absolute Rügefrist kennt die SIA-Norm 118 nicht. Sie beginnt mit dem Tag der Abnahme des Werkes oder Werkteiles. Die SIA 118 kennt folgende Rügefristen:

  • Zwei Jahre (Garantiefrist): Gemäss Art. 172 der SIA-Norm kann der Besteller innerhalb der ersten 2 Jahre Mängel aller Art jederzeit rügen. Eine Pflicht zur sofortiger Rüge besteht somit nicht.
  • Drei Jahre (Verdeckte Mängel): Da nach Ablauf der zweijährigen Rügefrist Mängel, die in dieser Zeit bereits entdeckt wurden, nicht mehr gerügt werden können, soll die darauffolgende 3-jährige Rügefrist, sämtliche nachher entdeckte verdeckte Mängel abdecken. Innerhalb dieser Frist müssen entdeckte Mängel nun sofort gerügt werden.
  • Zehn Jahre (Verschwiegene Mängel): Für arglistig verschwiegene Mängel gibt es die Besonderheit, dass diese während der 10-jährigen Verjährungsfrist jederzeit gerügt werden dürfen.

Mängelrügen müssen somit spätestens 5 Jahre nach Abnahme (Art. 180 SIA-Norm 118) erhoben werden. Im Falle einer Hemmung oder Unterbrechung der Verjährung verlängert sich diese.

Verjährung Schweiz – PlanRadar zur Absicherung!

Die rechtzeitige und sorgfältige Erfassung von Bestandszuständen, vor Beginn jeglicher Bauarbeiten, kann entscheidend sein. Insbesondere bei umfangreichen Bauvorhaben, kann unmöglich garantiert werden, dass durchgehend ein geschultes Auge auf jeden Arbeitsvorgang gerichtet ist. Die Praxis zeigt, dass sich im Zuge von Baumaßnahmen trotz größter Sorgfalt kleinere Fehler einschleichen können. Es kommt oft genug vor, dass sich anfangs unscheinbare Bauschäden später als versteckter Mangel entpuppen können.  Um diese Ereignisse später berücksichtigen zu können, ist die Beweissicherung von größter Bedeutung. Eine Dokumentation von Ur-Zuständen, insbesondere vor Ausführungsarbeiten, ist genau so wichtig wie die laufende Dokumentation nach Fertigstellung. Seien Sie sich nicht zu schade auch den Zustand der unmittelbaren Umgebung (Straßen, Wege, Gebäude, Vegetation, etc.) zu erfassen, ggf. beginnende Schäden (Foto) zu erfassen und zu dokumentieren, um Veränderungen, zuverlässig erkennen und bewerten zu können.

LESETIPP: Mängelrüge Vorlage SIA-Norm 118

Gehen Sie auf Nummer sicher und lassen Sie sich bei Ihren Rundgängen von PlanRadar unterstützen. Ein Beweissicherungsgutachten in Auftrag zu geben ist nicht billig. Investieren Sie in auf Sie zugeschnittene Software. Wir beraten Sie gerne. Halten Sie den Zustand jedes Raumes oder Bauteils mithilfe von Tickets fest und ergänzen Sie Ihre Begehungsprotokolle mit Fotos, Planausschnitten oder Sprachmemos. Änderungen nach Abschluss Ihres Bauvorhabens können somit unkompliziert zurückverfolgt und Probleme schneller identifiziert werden. Das erlaubt Ihnen ungerechtfertigte Ansprüche mit wenigen Mausklicks abzuwehren und ggf. schneller in der Ausarbeitung von Sanierungsvorschlägen zu sein. Zudem ist es im Nachhinein oft schwer die Ursache von Mängeln aufzufinden, daher ist es wichtig einen geeigneten Dokumentationsprozess zu führen. PlanRadar erlaubt Ihnen alle nötigen Dokumente der Beweissicherung automatisch in der Cloud zu erfassen. Oft ist es erforderlich in Situationen und auf Anfragen schnell reagieren zu können. Mit PlanRadar generieren Sie blitzschnell, aussagekräftige Statusberichte und können diese in kürzester Zeit verteilen. Das erspart Ihnen nicht nur Unmengen an Zeit, sondern vermittelt Ihrem Gegenüber Kompetenz.

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Die Umverteilung der Fachkompetenz

Die Juristik findet immer mehr Ihren fixen Platz in Baubesprechungen. Dies zeigt das über die letzten Jahre steigende entstehen firmeninterner Claim-Management Abteilungen. Und das ist verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass heutzutage die Vielzahl von Projektvereinbarungen eine Mischung aus Urkunden und Verträgen beinhaltet und jedes seine eigenen Verjährungsfristen beinhaltet. Was damals noch ein einziger Projektleiter entscheiden durfte muss heute ein Team aus mehreren Disziplinen bewältigen. Das zwingt Projektteams dazu, so effizient und transparent wie möglich miteinander zu kommunizieren. Cloudbasierte, Ein-Plattform-Lösungen wie PlanRadar sind sich dessen seit Jahren bewusst. Das zeigen die wöchentlich über 10.000 abgewickelten Projekte. Die App lässt Sie über mobile Endgeräte zu jeder Zeit und ortsunabhängig auf alle Ihre Projektdaten zugreifen. Zudem sind sämtliche Subunternehmer in Ihrer Lizenz bereits inkludiert. Beugen Sie Missverständnisse vor, indem Sie mithilfe von Fotos, Sprachmemos, Notizen oder Planmarkups Aufgaben direkt der zuständigen Person zuordnen. Dank automatischer Benachrichtigungen sind alle Projektbeteiligten immer auf dem neuesten Stand.

Software Bauunternehmen – Mängelmanagement zur Vorbeugung

Wir haben nun gelernt, dass Forderungen, die nach gewissen Zeiträumen beginnen, als „verjährt“ gelten und etwaige Schadensersatzansprüche verschwinden. Ein weiterer Stolperstein auf den Sie acht geben sollten, ist ihr Verhalten gegenüber Mangelbehebungen. Seien Sie sich der Gefahr bewusst, dass ihr Fall außergerichtlich außer Kraft gesetzt werden kann, wenn Sie dem Verursacher eines Mangels nicht ermöglichen seine mangelhafte Arbeit zu überprüfen oder prüfen zu lassen. Geben Sie dem Verursacher auch unbedingt die Gelegenheit, alle Reparaturen beobachten zu dürfen, die er nicht selbst ausführt, aber durchgeführt werden müssen. Das ist üblicherweise in Fällen von Gefahr in Verzug notwendig. Nehmen Sie dem Verursacher nämlich nur ansatzweise die Möglichkeit seinen Mangel selbst zu beheben, laufen Sie Gefahr die Verantwortung auf sich zu übertragen.

Wie im Artikel bereits hingewiesen, besorgen Sie sich zuerst einer Mängelmanagement Software. Danach überlegen Sie sich einen für Ihr Projekt passenden Prozess und bleiben dabei. Es klingt offensichtlich, aber Sie wären überrascht, wie viele Unternehmen keinen durchdachten Plan haben, was das Thema Mängelmanagement betrifft. Die folgenden Punkte sollten Sie in jedem Fall beachten:

  • Erstellen Sie dem Projekt zugeschnittene Ticketvorlagen und Berichte, die von jedem Projektbeteiligten anzuwenden sind.
  • Planen Sie regelmäßige Fehlerprüfungen ein, um proaktiv statt reaktiv zu handeln.
  • Haben Sie alle Projektunterlagen an einem Ort, auf den alle im Team zugreifen können.
  • Führen Sie eine in Echtzeit synchronisierende Gesamtliste aller Mängel.
  • Legen Sie für Mängeln und Aufgaben immer die Priorität fest.
  • Stellen Sie sicher, dass jede Person im Team zu jeder Zeit den aktuellen Planstand hat.

 

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