Das Baugewerbe in Österreich macht jährlich ein Umsatz von rund 50 Milliarden Euro. Während sich knapp 38.000 Bauunternehmen den Kuchen teilen, erwirtschaften allein die zehn größten Baukonzerne Österreichs einen Nettoumsatz von über 31,6 Milliarden Euro. Das entspricht gut 60 Prozent des gesamten Marktkapitals und damit einem höheren Umsatz als der Umsatz der restlichen 99,97 Prozent aller österreichischen Bauunternehmen zusammen. Wer die 10 größten Baufirmen Österreichs sind und wie sie sich aufstellen, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Die 10 größten Bauunternehmen in Österreich

Platz 10: Leyrer + Graf Bau

Hauptsitz: Gmünd, Niederösterreich
Nettoumsatz: 427 Millionen Euro (2020)
Unternehmensform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Mitarbeitende: Rund 2.450
Homepage: https://www.leyrer-graf.at/home/

Das Bauunternehmen Leyrer + Graf wurde 1926 von Dipl.-Ing. Anton Leyrer gegründet. Dank einer Politik des nachhaltigen Wachstums entwickelte sich das Unternehmen zum zehntgrößten Baubetrieb Österreichs. Leyrer + Graf befindet sich nach wie vor in Familienbesitz und wird von BM Dipl.-Ing. Stefan Graf geführt. Seit seiner Gründung konzentriert sich der Familienbetrieb hauptsächlich auf den österreichischen Markt. Abgesehen von zwei grenznahen Betriebsstätten in der Tschechischen Republik, befinden sich alle 18 Standorte in Österreich. Mit Fokus auf Hoch- und Tiefbau, Energie + Telekom und Holzbau, deckt die Leyrer + Graf GmbH ein vielfältiges Portfolio an Marktbedürfnissen ab.

Platz 9: Wolf Holding

Hauptsitz: Scharnstein, Oberösterreich
Nettoumsatz: 646 Millionen Euro (2020)
Unternehmensform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Mitarbeitende: Rund 3.000 (national und international)
Homepage: https://www.wolfsystem.at/

Die Wolf Gruppe wurde 1966 im österreichischen Scharnstein von Johann Wolf auf einem Bauernhof gegründet. Bereits zwei Jahre später fand die Expansion nach Deutschland statt. Heutzutage ist die Wolf Gruppe an 25 Standorten, in 19 Ländern tätig, darunter Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Kanada, Polen und Rumänien. Die Kerngebiete der Wolf Gruppe finden sich im Agrarbau, im Behälterbau, in der Produktion von (Fertig-)Häusern, im Metallbau und im Industrie- und Gewerbebau. Mit einem Nettoumsatz von knapp 650 Millionen Euro gehört die Wolf Holding zu den 10 größten Baufirmen in Österreich.

Platz 8: Granit Bauunternehmung

Hauptsitz: Graz, Steiermark
Nettoumsatz: 671 Millionen Euro (2020)
Unternehmensform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Mitarbeitende: Rund 2.200
Homepage: https://www.granit-bau.at/

Die Granit Bauunternehmung wurde im Jahre 1903 in Ceslak, in der heutigen Slowakei gegründet. Das Unternehmen mit Sitz im steirischen Graz entwickelte sich über die letzten gut 100 Jahre zu den erfolgreichsten Bauunternehmen Österreichs. Mit Fokus auf die Bereiche Hoch-, Tief- und Industriebau ist die Granit Bauunternehmung GmbH für Projekte in ganz Österreich verantwortlich. Neben dem Kerngeschäft betätigt sich das Unternehmen zudem als Hausverwalter, Metallbauer und Objektbetreuer. Gemessen am Nettoumsatz liegt die Granit Bauunternehmung GmbH österreichweit auf dem Platz 8 der größten Bauunternehmen.

Platz 7: WIG Wietersdorfer Holding

Hauptsitz: Klagenfurt, Kärnten
Nettoumsatz: 720 Millionen Euro (2020)
Unternehmensform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Mitarbeitende: Rund 2.800 (national und international)
Homepage: https://www.wietersdorfer.com/

Die Geschichte der WIG Wietersdorfer Holding beginnt bereits Ende des 19. Jahrhunderts. 1893 gründete Johann Hofbauer in der Steiermark eine Anlage zur Gewinnung von Kalkstein und Schotter. Das Unternehmen blieb im Familienbesitz, nahm die Zementproduktion auf und begann schon bald mit der Expansion ins Ausland. Heutzutage ist die WIG Wietersdorfer Holding einer der bedeutendsten Mischkonzerne Österreichs und betreibt 49 Produktionsstätten in 22 Ländern. Das Kerngeschäft der Unternehmung befindet sich in der Zementherstellung, in der Kalkgewinnung und in der Entwicklung, in der Produktion und im Vertrieb von Rohrsystemen.

Platz 6: Bodner Ing. Hans Bau

Hauptsitz: Kufstein, Tirol
Nettoumsatz: 750 Millionen Euro (2020)
Unternehmensform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Mitarbeitende: Rund 3.250
Homepage: https://www.bodner-bau.at/de/

Das Bauunternehmen Bodner Ing. Hans Bau wurde 1913 von Johann Bodner senior im Osttirol gegründet. Bis heute ist die Unternehmensleitung den Träumen und Visionen des Gründers treu geblieben und machten die Bodner Ing. Hans Bau zu einem der erfolgreichsten Bauunternehmen Österreichs. Der Servicekatalog des Unternehmens ist breit gefächert und umfasst Leistungen in den Bereichen Hochbau, Tiefbau, Asphaltbau und Trockenbau. Mit erfolgreichen Beteiligungen an branchen-ähnlichen Unternehmungen konnte die Bodner Ing. Hans Bau ihren Erfolg zusätzlich steigern und liegt damit österreichweit auf stolzem Platz 6.

Platz 5: Habau Group

Hauptsitz: Perg, Oberösterreich
Nettoumsatz: 1.633 Millionen Euro (2020)
Unternehmensform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Mitarbeitende: Rund 5.200
Homepage: https://www.habaugroup.com/

Gegründet wurde die Habau GmbH 1913 als Mauermeistergewerbe in der heutigen Tschechischen Republik. Heute, über 100 Jahre seit der Gründung der Habau GmbH, befindet sich das Bauunternehmen immer noch größtenteils in Familienbesitz und hat seinen Sitz im oberösterreichischen Perg. Das Bauunternehmen betreibt Projekte für private, halbprivate und staatliche Kunden. Ihre Tätigkeitsfelder deckt die Habau Group mit neun Tochterunternehmen in den Bereichen Hoch- und Tiefbau, Pipelinebau, Stahlbau, Holzbau, Fertigteilbau, Untertagebau und Public-private-Partnership ab.

Platz 4: Swietelsky

Hauptsitz: Linz, Oberösterreich
Nettoumsatz: 3.029 Millionen Euro (2020)
Unternehmensform: Aktiengesellschaft (AG)
Mitarbeitende: 11.600 (national und international)
Homepage: https://www.swietelsky.at/

Ursprünglich beschäftigte sich das 1936 im oberösterreichischen Gmunden gegründete Unternehmen Swietelsky hauptsächlich im Straßenbau. Mit dem Wirtschaftswunder in den Nachkriegsjahren begann das Unternehmen enorm zu wachsen. Im Folgenden diversifizierte Swietelsky den Leistungskatalog und expandierte ins Ausland. Heute ist Swietelsky international in 19 Ländern im Hoch- und Tiefbau tätig und beschäftigt weltweit über 11.600 Angestellte in den unterschiedlichsten Berufsfeldern. 2019 wurde Swietelsky von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt. Die Besitzverhältnisse der Gründerfamilien und die über 100 Tochterunternehmen blieben weiterhin unverändert bestehen.

Platz 3: Wienerberger

Hauptsitz: Wien
Nettoumsatz: 3.354 Millionen Euro (2020)
Unternehmensform: Aktiengesellschaft (AG)
Mitarbeitende: Rund 17.600 (national und international)
Homepage: https://www.wienerberger.com/de.html

Im Jahr 2019 feierte die Wienerberger AG bereits ihr 200-jähriges Jubiläum. 1819 vom Industriellen Alois Maisbach gegründet, entwickelte sich die Wienerberger AG über die letzten zwei Jahrhunderte zum weltweit größten Ziegelhersteller. Sie ist Marktführer in zahlreichen europäischen und nordamerikanischen Ländern, darunter auch in den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit einem Nettoumsatz von 3.354,6 Millionen Euro ist die Wienerberger AG der drittgrößte Bauträger Österreichs. Neben Ziegeln produziert die Wienerberger AG noch verschiedene andere innovative Baustoffe wie Kunststoffrohre, Flächenbefestigungen, Gebäudehüllen und neuartige Überdachungslösungen.

Platz 2: Porr

Hauptsitz: Wien
Nettoumsatz: 5.185 Millionen Euro (2020)
Unternehmensform: Aktiengesellschaft (AG)
Mitarbeitende: Rund 20.200 (national und international)
Homepage: https://porr-group.com/

Die Porr AG wurde 1869 in Wien als „Allgemeine österreichische Baugesellschaft“ gegründet. Bereits im Gründungsjahr wurde das Unternehmen an der Wiener Börse gelistet und erhielt Großprojekte, wie den Bau der Eisenbahnstrecke Linz-Budweis zugesichert. Über die letzten anderthalb Jahrhunderte hinweg baute die Porr AG ihr Portfolio aus und ist national und international in allen relevanten Sparten der Bauwirtschaft tätig. Zu den nennenswertesten Projekten des Unternehmens gehören unter anderem die Bavaria Towers in München, die Save-Brücke in Belgrad und der Neubau des Albulatunnels in den Schweizer Alpen. Neben dem klassischen Gebäude und Infrastrukturbau ist die Porr AG auch in der Umwelttechnik und im Facility-Management tätig.

Platz 1: Strabag

Hauptsitz: Wien
Nettoumsatz: 15.446 Millionen Euro (2020)
Unternehmensform: Europäische Aktiengesellschaft (SE)
Mitarbeitende: 73.600 (national und international)
Homepage: https://www.strabag.com/

Die Strabag ist das größte österreichische Bauunternehmen und hat österreichische, deutsche und italienische Wurzeln. Als Ihr Gründungsjahr gibt das Unternehmen das Jahr 1866 an. Heutzutage ist die Strabag eines der umsatzstärksten Bauunternehmen auf dem europäischen Kontinent und das größte Bauunternehmen Österreichs. Die börsenorientierte Strabag AG ist traditionell in Österreich, in Deutschland und in Südosteuropa in allen Baubereichen tätig. Vermehrt führt Strabag auch Großprojekte im Nahen Osten, in Nordamerika, sowie in Fernost durch. Nennenswerte internationale Projekte, der Strabag umfassen unter anderem der Neubau des internationalen Flughafens der Stadt Basra im Irak, dem Bau der Kopenhagener U-Bahn und dem dritten Niagara Hydro-Tunnel in Kanada.