Das digitale Bautagebuch in der Praxis

Die Digitalisierung von Dokumentation und Kommunikation auf der Baustelle spart Zeit und Geld. Dass das nicht nur in der Theorie funktioniert, zeigen zwei aktuelle Beispiele aus der Praxis: BREMER AG und UBM Development AG nutzten die Software PlanRadar bei Projekten in Straubing und München als digitales Bautagebuch und steigerten so die Effizienz.

PlanRadar App am Smartphone verwenden

Analog = fehleranfällig und zeitraubend

Alle wichtigen Ereignisse im Zuge eines Bauvorhabens sollten von den verantwortlichen Personen im Bautagebuch dokumentiert werden. Diese Aufzeichnungen hat möglichst ohne Lücken zu erfolgen. Denn nur so kann zu einem späteren Zeitpunkt nachgewiesen werden, wer welche Aufträge erteilt oder Leistungen erbracht hat. Das ist insbesondere bei Streitfällen – etwa beim Auftreten von Baumängeln – von großer Relevanz. In solchen Fällen ist das Bautagebuch ein Dokument, das vor Gericht zur Beweiserbringung herangezogen wird.

Doch auch wenn das Führen eines Bautagebuchs meist vertraglich geregelt, oder von Richtlinien gefordert ist, wird es von vielen als lästige Zusatzaufgabe betrachtet. Hinzu kommen die Probleme einer analogen Dokumentation – also mit Kugelschreiber und Papier. Wird beispielsweise ein Baufehler bei einer Begehung im Notizblock oder auf dem Papierplan notiert, muss er anschließend im Baustellencontainer oder Büro sauber archiviert werden. Anschließend folgt zur Behebung die Übermittlung an die verantwortliche Person. Jeder einzelne dieser Schritte ist anfällig für Fehler und Missverständnisse. Eine Verzögerung des Bauprojekts droht.

Wer für die Dokumentation und Kommunikation hingegen digitale Lösungen einsetzt, ist klar im Vorteil.

Logistikhalle Innenansicht - mit PlanRadar erbaut

Zentrale Plattform für Bau von Logistikhalle

Welche Potenziale mit der Anwendung eines digitalen Bautagebuchs genutzt werden können, zeigt der Neubau einer Logistikhalle mit Büroflächen im niederbayerischen Straubing. Es handelt sich um ein Projekt des auf Industrie- und Gewerbeobjekte spezialisierten Bauunternehmens BREMER, das den Bau als Generalunternehmer errichtete. An der Projektentwicklung waren darüber hinaus neben dem Bauherrn, dem künftigen Mieter, Projektsteuerer und diversen Planern auch über 35 weitere Firmen als Nachunternehmer involviert. Auf einem Areal von rund 55.000 Quadratmetern wurde eine 9.000 Quadratmeter große stützenfreie Umschlaghalle sowie ein viergeschossiger Bürobau mit 3.100 Quadratmetern Fläche errichtet. Beide Gebäudeteile sind durch einen zweigeschossigen Bau miteinander verbunden.

BREMER setzte die webbasierte SaaS-Lösung PlanRadar für die Restarbeitendokumentation, für die interne Brandschutzdokumentation wie auch in der Kommunikation mit allen Projektbeteiligten ein. PlanRadar bündelt als zentrale Plattform alle Informationen zu Projektstatus, Baudokumentation und Mängelmanagement. Indem die gesamte Gebäudeplanung in der Applikation eingestellt wurde, konnte die Baustelle Schritt für Schritt online abgebildet werden. Alle am Bau Beteiligten waren über zuvor erteilte Zugangsberechtigungen in das digitale Baustellenmanagement einbezogen. Dem Bauherrn war jederzeit von überall aus Einblick in den Projektfortschritt möglich.

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Stunden an Arbeitszeit sparen: Alles, was Bauleiter über digitale Dokumentation wissen müssen

Dem Bauleiter Monate an Arbeitszeit erspart

Die direkte Abstimmung aller Akteure vereinfacht die Kommunikation im Rahmen des Projektes und konnte die Fehleranfälligkeit gegenüber früheren Projekten, bei denen das Baustellenmanagement analog erfolgte, spürbar senken. Fand die Dokumentation zuvor noch per Kamera, Diktiergerät und Notizblock statt, werden mit der Digitalisierung der bisher analogen Arbeitsprozesse insbesondere Verantwortliche wie der Bauleiter entlastet. Das sonst übliche Nacharbeiten der Baustellenbegehungen aus dokumentierten E-Mails, Excellisten sowie der Bild- und Tonaufnahmen entfiel. Laut Schätzungen von BREMER konnten beim Projekt in Straubing etwa zwei Bauleitermonate sowie zwei Monate für eine Baustellensekretärin eingespart werden. Darüber hinaus wurden auch Effizienzgewinne bezüglich der vereinfachten Abstimmungsprozesse gegenüber der herkömmlichen Kommunikation bemerkt. Im Zuge des Abnahmeprozesses mit dem Bauherrn schätzt BREMER, dass rund ein Bauleitermonat eingespart werden konnte. Zudem hat sich der Abwicklungsprozess über das gesamte Projekt hinweg qualitativ verbessert. Für eine einwandfreie Nutzung der Software hat BREMER die individuelle Einweisung aller am Projekt beteiligten Personen vor dem Baustart übernommen.

Die Fertigstellung des Neubaus mit 12.100 Quadratmetern Bruttogeschossfläche konnte im Januar 2019 nach einer zwölfmonatigen Bauzeit termingerecht erfolgen und an den Nutzer Kühne + Nagel übergeben werden. Das Unternehmen BREMER AG hat PlanRadar seit 2019 unternehmensweit eingeführt.

Projekt Leuchtenbergring in München

Alles im Blick beim Projekt Leuchtenbergring

Das Projekt Leuchtenbergring in München kombinierte drei verschiedene Assetklassen miteinander: ein Hotel, Büro- sowie Einzelhandelsflächen. Die unterschiedliche Art der Nutzung erforderte vom Projektentwickler bei der Bauausführung Flexibilität, Gründlichkeit, Organisationsgeschick und ein hohes Maß an Kommunikation. Bei der Bauausführung nutzte die europaweit tätige UBM Development AG PlanRadar für sämtliche Prozesse zur Mängelbeseitigung. Auf der Grundlage von digital erfassten Bauplänen – jeweils für die Hotelräume, die Büro- und die Einzelhandelsflächen – wurden die zu erledigenden Arbeiten direkt und digital nachvollziehbar der jeweils zuständigen Person zugewiesen.

Mittels Ticketsystem ermöglichte es die Anwendung, den konkreten Arbeitsauftrag auf dem digitalen Bauplan zu verorten und mit zusätzlichen Informationen zu versehen, die für den Auftragnehmer zur Bearbeitung wichtig sind: Sprachnachrichten, Texte, Fotos, Zuständigkeiten, Deadlines sowie Statusinformationen. Im digitalen Bautagebuch wurden sämtliche Arbeitsschritte digital dokumentiert, kommentiert und auf dem Bauplan erfasst sowie gegebenenfalls überarbeitet. Sobald sich der Status einer Aufgabe am Gebäude änderte, wurden die zuständigen Akteure per Direktbenachrichtigung darüber informiert. Alle am Bauprozess Beteiligten erhielten so mithilfe der App die gleichen Informationen, zur selben Zeit, egal von welchem Standort aus. Auf diese Weise behielten sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer, Lieferanten und Dienstleister stets die Übersicht über das gesamte Projekt und den Stand der offenen und erledigten Arbeiten.

Mehr Effizienz und Transparenz

Für UBM-Generalbevollmächtigten Claus Stadler und die Projektleitung des Projektes Leuchtenbergring hebt die Lösung von PlanRadar ihre Beziehung zu Kunden, Baufirmen und Gebäudenutzern auf ein neues Level. Denn insbesondere die digitale Kommunikation im Rahmen des Bauprozesses reduziert den Interpretationsspielraum deutlich und führt zu erheblich weniger Missverständnissen. Zusätzlich zu Effizienz- und Qualitätsvorteilen bietet die lückenlose Dokumentation sämtlicher Arbeitsschritte im digitalen Bautagebuch auch eine beweisfeste Absicherung im Gewährleistungs- beziehungsweise gerichtlichen Streitfall.

Gleichzeitig erhöht die transparente und nachvollziehbare Kommunikation das Vertrauen in den Bauunternehmer und die Qualität seiner Arbeiten. Sowohl bei den Mieterübergaben wie auch beim Verkaufsprozess hat der Einsatz von PlanRadar nicht nur zur Effizienzsteigerung beigetragen, sondern durch die hohe Transparenz auch das Vertrauen von Mietern und Käufern zu UBM gestärkt.

Weltweit eingesetzt

PlanRadar wird von über 20.000 NutzerInnen in 43 Ländern für verschiedene Einsatzbereiche eingesetzt: Als digitales Bautagebuch, für das Mängelmanagement, Aufgabenzuweisung, Baudokumentation, Beweissicherung, Due-Diligence, oder Zertifizierungen. Anwender und Anwenderinnen profitieren von einer satten Effizienzsteigerung. Im Durchschnitt verringert sich der wöchentliche Zeitaufwand pro Nutzer um 7 Stunden. Aktuell werden pro Woche weltweit mehr als 25.000 Projekte über die Software abgewickelt.

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