BIM – Building Information Modeling unter der Lupe

Das Wort der Stunde in der Bauwirtschaft lautet BIM und steht als Abkürzung für „Building Information Modeling“, zu Deutsch: Gebäudedatenmodellierung. Das viel gelobte System scheint aber noch immer Schwächen aufzuweisen und aufarbeiten zu müssen. Nach einer Studie der Statista heißt es, dass 60 % der deutschen Bauunternehmer selten bis nie mit einer BIM Software planen. Wird die Gebäudedatenmodellierung den Ansprüchen ihrer Nutzer also überhaupt gerecht?

Wir klären auf:

  1. Was ist BIM und wie unterscheidet es sich von einem herkömmlichen 3D Modell.
  2. Welchen Nutzen bringt BIM der Baubranche.
  3. Welche Schwachstellen hat die Gebäudedatenmodellierung.
  4. Für wen macht die Arbeit mit BIM wirklich Sinn.

Businessman Holding Roof Over BIM Text On White Desk

BIM Architektur: Eine transdisziplinäre Softwarelösung

Die Aufgaben und Vorteile des Building Information Modeling liegen auf der Hand. Ein herkömmliches Gebäudemodell in 3D erlaubt es Planern und Projektbeteiligten, einen Eindruck von Design, Form und Volumen eines Objektes zu gewinnen. Im Gegensatz zu einem BIM Modell ist ein solches jedoch nicht bis ins Detail ausgearbeitet. Die Gebäudedatenmodellierung (Building Information Modeling) ist eine Methode, ein digitales Gebäudemodell zu erarbeiten, das allen Fachplanern als Grundlage ihrer Arbeiten dient. Dieses BIM Modell begleitet die Planer von der Entstehung bis zur Bewirtschaftung des Objekts. Wir sprechen also nicht mehr von Arbeitsschritten und Phasen, die voneinander getrennt werden. Die Phasen der Planung, Ausführung und Bewirtschaftung suggerieren dies zwar, arbeiten aber im BIM auf ein und derselben Grundlage. Sobald ein Gewerk eine Änderung in der Planung des in sich konsistenten Modells vornimmt, kann diese von allen Beteiligten nachvollzogen und entsprechend reagiert werden. Design trifft hier auf die Unterstützung gemeinsamer Daten und die Zusammenarbeit an ein und derselben Datei.

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Da es sich in der Betrachtung des Modells um eine handelt, die den gesamten Lebenszyklus abbildet, muss dieses entsprechend detailliert sein. Eine enorme Menge an Daten und Informationen läuft also in einer einzigen Softwarelösung und dem Building Information Modeling zusammen. Die eingespeisten Daten enthalten genaueste Angaben von der Fertigung und Konstruktion, bis hin zu den kleinsten Anschlüssen. All diese Eingaben müssen zwangsläufig zusammenhängen und in einer funktionellen Relation zueinanderstehen. Sobald es zu einer Anpassung oder zum Ersetzen eines Bauteils im BIM Modell kommt, reagiert also das gesamte System auf diese und passt sich der Neuerung entsprechend an. Die Parameter des Bauwerks werden also zu flexibel und stufenlos verstellbaren Design-Regulatoren. An sich eine gute Idee, doch wieso zögerten viele Planer anfangs, mit BIM zu arbeiten? Eine Statistik aus dem Jahr 2017 beschäftige sich mit dieser Frage:

Balkendiagramm zu Hinderungsgründen beim Einsatz von BIM

Die Bauwirtschaft in Deutschland ist wie in keinem anderen Land der Welt einer exorbitanten Zahl von Normen und Gesetzen unterworfen. Kein Wunder also, dass genau diese Bedenken die Umfrage anführen. Was aber durchaus einiger erklärender Worte bedarf, sind die Punkte des fehlenden Know-hows und die mangelnde Anwendbarkeit auf der Baustelle, also dem Ort, an dem Planung zu Wirklichkeit wird. Bietet das Building Information Modeling vielleicht doch keinen ganzheitlichen Service?  Wie verhält es sich außerdem um Mehrkosten und die Rentabilität? Der folgende Paragraph soll über genau diese drei Punkte Aufschluss geben:

BIM Planung: Bedenken im Fokus

Wir klären über die Bedenken potenzieller BIM-Nutzer auf.

Fehlendes Know-how, Bildung & Information

BIM ist ein verhältnismäßig neues Planungsmittel, das die Arbeit der Planer, die ihre Zeit über Jahre zweidimensionalen Unterlagen widmeten, neu definiert. Gewohnheiten allerdings sind schwer abzulegen. Die Notwendigkeit nach den gängigen Planunterlagen wird durch die Verwendung von BIM-Software nicht gleichzeitig obsolet. Stattdessen kommt ein weiterer Planungsschritt, nämlich der des BIM-Modells, zu den Leistungen die man ohnehin zu erbringen hat hinzu. Die Ausbildung zum Bauingenieur oder Architekten legt die Arbeit mit einer BIM-Software nicht in ihren Fokus. Das heißt, dass dieses Wissen separat erlernt und in ein Unternehmen implementiert werden muss. Von einem intuitiven und selbstverständlichen Umgang mit einer Software dieser Komplexität kann nicht ausgegangen werden.

Nichtsdestotrotz, zeigt die steigende Nachfrage an BIM-Managern & BIM-Koordinatoren am Jobmarkt, den zukünftigen Weg den die Bauindustrie einschlagen möchte.

Geringe Verbreitung

Das fehlende Know-how ist einer der maßgeblichsten Gründe für die geringe Verbreitung der BIM-Lösungen. Als Schnittstelle zwischen den Fachplanern möchte BIM sich zwar etablieren, stößt aber vermehrt auf Widerstände. Eine interdisziplinäre Arbeit aller Beteiligten an einem Modell ist nur dann sinnvoll, wenn die verwendete Software aller Büros kompatibel ist. Das gemeinsame BIM-Datenmodell kann nur dann zu einem solchen werden, wenn alle Vertragsparteien über eine BIM-Software verfügen. Das Risiko als Fachplaner in BIM zu investieren und dann auf Kollegen zu stoßen, die diesen Schritt der Digitalisierung ausklammern, ist hoch. Informationen über das Building Information Modeling zu kommunizieren, setzt den Mut zu ihrer Implementierung voraus. Nicht umsonst ist es zurzeit notwendig, sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Planerseite, eigene BIM-Manager bzw. BIM-Koordinatoren einzustellen.

Unsicherheit bei Kosten

Kosten im Tausenderbereich fallen allein für die Lizenzen der Softwarelösungen an, die BIM in einer adäquaten Form unterstützen. Bekannte Anbieter sind die Größen „Trimble“, „Autodesk“, „Nemetschek“ oder auch „Graphisoft“. Die Schulung Ihrer Mitarbeiter oder das Engagement eines Spezialisten kommen als laufende Investitionen separat auf Sie zu. Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Zeit Ihrer Mitarbeiter, die diese über Ihre normalen Arbeitsabläufe hinaus in das BIM-Modell stecken müssen. Vergessen Sie nicht, dass es sich bei einem Gebäudedatenmodell um wesentlich mehr als ein 3D Modell eines Objektes handelt, so wie Sie es vielleicht bereits für Renderings und fotorealistische Darstellungen durch CAD Programme nutzen.

Holpriger Start in der Ausführung und auf der Baustelle

Sind nicht gerade die Baustelle und die Bauunternehmen, die an ihr arbeiten eine der wichtigsten Punkte im Zuge der Qualitätssicherung im Bauwesen? Immerhin werden Ihre Planungen und Gedanken hier in die Wirklichkeit umgesetzt. BIM ist ein Werkzeug für Spezialisten, daher war gab es große Zweifel, ob diese Methode sich auf der Baustelle in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten in der Umsetzung überhaupt durchsetzen könne. Doch das steigende Wissen dieser Sparte und der vermehrte Einsatz von BIM in allen Sparten der Baubranche macht das Arbeiten mit BIM immer gängiger. Es wird schon lange in den Universitäten und Fachhochschulen gelehrt, was die anfänglichen Hemmschwellen immer weiter sinken lässt.

Auch PlanRadar war sich immer der Vorteile von BIM bewusst und hilft Projektteams den Spagat zwischen Planung und Ausführung zu meistern.

Software für Architekten und Ingenieure? Für wen macht BIM wirklich Sinn?

Für wen lohnt sich die Anwendung von BIM-Software nun wirklich? Building Information Modeling zahlt sich dann aus, wenn es sich um Großprojekte handelt und die Fragen der Rendite nicht nur den Bau selbst betreffen, sondern auch die Bewirtschaftung und Instandhaltung. Mängel in der Haustechnik beispielsweise treten auch Jahre nach der Fertigstellung des eigentlichen Objekts auf. Aus Sicht eines nachhaltigen Facility Managements ist die Arbeit mit einer BIM-Software sinnvoll. Das FM ist darauf bedacht, nicht nur Konfliktpunkte zwischen den Fachplanern zu reduzieren, sondern auch nach Abschluss der Arbeiten am Objekt ein Gebäudemodell zu haben. Dieses vereinfacht die laufenden Prozesse und schafft langfristig Übersicht. Herkömmliche CAD Programme können diesen Schritt in der Planung des gesamten Lebenszyklus kaum leisten. Der Support und Service durch das BIM Modell sind daher gerade für das Gebäude- und Facilitymanagement von großem Wert.

Daher hat sich PlanRadar entschieden das openBIM-Format zu unterstützen und eine ungehinderte Zugänglichkeit für alle Bautätigen zu schaffen. Komplette BIM-Gebäudemodelle sind mit einfachem Drag & Drop-Funktionen in Sekundenschnelle verfügbar. Die openBIM-Lösung von PlanRadar ermöglicht das Hochladen von IFC-Dateien, die aus Revit, ArchiCAD, Allplan, Navisworks und anderen Plattformen exportiert wurden.

Zu diesem Feature und mehr, erfahren Sie hier.

Für alle anderen sollte die Frage der Rentabilität jedoch auch im Vordergrund stehen. Eine Investition in Software muss sich genau wie jede andere amortisieren können. Stellen Sie sich die Frage, ob für Sie als Planer eines Projekts die langfristige Kostenkontrolle über das zu Bauende hinaus oder aber diejenige bis zum Abschluss Ihrer letzten Leistungsphase entscheidend ist. Bedenken Sie dabei, dass Sie nicht für sich selbst planen und bauen, sondern sich von Projekt zu Projekt arbeiten.

Wieso also PlanRadar?

Dies geschieht nicht ohne Grund. PlanRadar bündelte schon vor BIM die Vorteile die hinter der Gebäudedatenmodellierung stehen und setzte diese schon auf Grundlage Ihrer 2D Planunterlagen um. Auch für PlanRadar geht es darum, Mängel zu beseitigen und Änderungen zeitlich optimiert zu integrieren. Eine Kommunikationsschnittstelle zwischen den am Bau Beteiligten zu generieren und für eine beweissichere Dokumentation aller Abläufe am Bau zu sorgen, ist grundlegend. Die zusätzliche Implementierung des BIM-Features verschafft einen noch besseren Bezug zum Projekt und erleichtert die Kommunikation innerhalb der unterschiedlichen Disziplinen.

Hierzu laden Sie Ihre IFC-Dateien in ein bestehendes Projekt und können sofort loslegen. Wie auch beim bisherigen Arbeiten mit 2D Plänen vermerken Sie Mängel die auf der Baustelle ins Auge fallen, werden mit Hilfe eines „Tickets“ im BIM-Modell und hinterliegen dieses mit den notwendigen Informationen (Verortung, Mängelbeschreibung, Anweisungen, Deadlines, Bilder, Sprachaufnahme, etc.). Zu diesem Schritt ist dank unserer Applikation nicht mehr als ein Smartphone notwendig. Der Fortschritt der Bearbeitung eines Mangels kann nun genauso verfolgt werden, wie Änderungen die in Ihren Planunterlagen vorgenommen werden. Der Informationsfluss zwischen allen Beteiligten ist stetig, ohne hierbei den Handwerker und die Baustelle auszuklammern.

Zuletzt werden alle Information zu den Änderungen an Ihrem Projekt von uns chronologisch und beweissicher in einer Cloud dokumentiert. Sie stehen Ihnen dank unserer Funktionen jederzeit als Download zur Verfügung, und begleiten Sie bei Haftungsfragen in Ihrer Gewährleistungspflicht.

Der Schritt zur Prozessoptimierung in der Bauwirtschaft

Der Schritt zu optimierten Abläufen in der Bauindustrie wird die Streu vom Weizen trennen, muss aber nicht zwangsläufig mit der Implementierung einer kostspieligen Software zusammenhängen. PlanRadar setzt genau wie das BIM auf die interdisziplinäre Arbeit im Laufe der Prozesse. Dies bedeutet für Sie, dass Sie die Möglichkeit bekommen sowohl Zeit, Ressourcen als auch Kosten zu sparen und sich in Fragen der Haftung abzusichern. Wir heben uns von anderen Anbietern dadurch ab, dass wir diese Prozesse mit denen Ihnen bereits zur Verfügung stehenden Mitteln angehen. Reibungslose, transdisziplinäre Abläufe und eine einfache Bedienbarkeit zeichnen PlanRadar aus. Wir beraten Sie gerne persönlich und beantworten Ihre Fragen per Telefon und Email. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf, und erfahren Sie mehr zum gesamten Funktionsumfang von PlanRadar oder auch darüber, wie Sie unsere Software mit den Stärken des Building Information Modeling kombinieren.