Mängelrüge Vorlage laut Önorm B 2110 – Was ist zu beachten?

Mängel sind unvermeidbarer Bestandteil eines jeden Bauprojekts. Als Auftraggeber ist es Ihr Recht, die kostenfreie Behebung von innerhalb der Verjährungsfrist entdeckten Fehlern vom ausführenden Unternehmen einzufordern. Doch dieser Prozess ist mit Tücken verbunden. Wichtig bei einer Mängelrüge oder Mängelanzeige: ÖNORM und andere Regelwerke geben den formellen Inhalt genau vor.

Die folgenden Punkte inklusive zwei Mängelrüge Vorlagen nach ÖNORM B 2110 (vor und nach Abnahme) zeigt Ihnen auf was Sie bei der Mängelrüge unbedingt achten sollten.


Mängelanzeige nach VOB Checkliste

Was die Allgemeinen Vertragsbestimmungen für Bauleistungen besagen

Zunächst das Grundlegende: Der Auftraggeber hat nach ABGB und ÖNORM B 2110 das Recht auf Leistungen von Auftragnehmern frei von Mängeln. Das bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Leistung die vertraglich vereinbarte Beschaffenheit enthält und nach den anerkannten Regeln der Technik erbracht wurde. Stellen Abnehmerin und Abnehmer das Vorhandensein von Mängeln nach der Übergabe des Objekts fest, können sie eine Mängelrüge erstellen und an das ausführende Unternehmen kommunizieren.

„Der AG hat dem AN Mängel, die nicht bereits bei der Übernahme beanstandet wurden, ehestens nach Bekanntwerden, jedoch innerhalb der vereinbarten Gewährleistungsfrist schriftlich bekannt zu geben (Mängelrüge).“

LESETIPP: Nachtragsmanagement – Vorlage Mehrkostenforderung ÖNORM B2110

  1. Wie werden Mängel geltend gemacht?

Durch schriftliche Mängelrüge (gemäß Pkt. 5.45. der ÖNORM B 2110). Der AG hat dem AN Mängel, die nicht bereits bei der Übernahme beanstandet wurden, ehestens nach Bekanntwerden, jedoch innerhalb der vereinbarten Gewährleistungsfrist schriftlich (Mängelrüge) bekannt zu geben.

Der Grund dafür ist so simpel wie einleuchtend: Nur bei einer schriftlich verfassten Aufforderung zur Mängelbeseitigung sowie einer dokumentierten Übermittlung an den Auftragnehmer liegt im Nachhinein auch ein Beweis vor, dass der Aussteller tatsächlich den Auftrag zur Behebung erteilt hat.

LESETIPP: ÖNORM B2110 Musterbrief – Mängelzurückweisung

KOSTENLOSES WHITEPAPER

Stunden an Arbeitszeit sparen: Alles, was Bauleiter über digitale Dokumentation wissen müssen

  1. Wie lange sind die Gewährleistungsfristen?

Gemäß Önorm B2110 Pkt. 5.4. beginnt die Gewährleistungsfrist mit der Übernahme der Leistung. Falls im Vertrag oder in den einschlägigen Fachnormen keine andere Gewährleistungsfrist festgelegt ist, beträgt sie 3 Jahre; für Leistungen der Haustechnik, sofern diese bewegliche Sachen beleiben, 2 Jahre.

Werden Mängel innerhalb von 6 Monaten gerügt, wird vermutet, dass diese Mängel zum Zeitpunkt der Übernahme vorhanden waren. Die Vermutung tritt nicht ein, wenn sie mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar ist.

  1. Wie soll ein bestehender Mangel in einer Rüge formuliert und beschrieben werden?

Zum Schreiben einer Mängelrüge besteht keine fix vorgegebene Form oder Anleitung. Folgende Punkte sollten Sie jedoch beim Verfassen beachten:

a) Nach erfolgter Mängelaufnahme sollte der Auftraggeber in der Rüge die Auswirkungen, aber nicht den Grund für einen Mangel darstellen. Beschreibt der Kunde die Folgen eines Mangels, werden damit alle in Frage kommende Ursachen gerügt und die Verjährungsfrist beginnt erneut zu laufen. Um ein Beispiel zu nennen: Anstatt „Rohrbruch hinter Wand in Raum XY“ sollte der Objektkäufer oder -Mieter in seiner Rüge „Wasserflecken an Wand in Raum XY“ Somit liegt es am Auftragnehmer, den oder die Gründe für den Mangel ausfindig zu machen und zu beheben.

b) Das Ausmaß und der Ort des Mangels sollten möglichst genau beschrieben Nur so wird sichergestellt, dass der Auftragnehmer volle Kenntnis vom vorliegenden Sachverhalt hat. Entsprechend sollte es in der Beschreibung nicht „Risse an Wänden“, sondern „Drei Risse an Wand in Kellerraum XY“ heißen.

Stellt der Abnehmer beim Schreiben einer Mängelrüge hingegen Vermutungen zu den möglichen Ursachen eines auftretenden Fehlers an, oder macht keine genauen Ortsangaben, kann das Folgen haben. Bei einer anschließenden Nicht-Behebung des Fehlers kann eine unklar definierte Mängelrüge vom Gericht unter Umständen als Nachteil ausgelegt werden.

LESETIPP: Worauf Sie bei der Beweissicherung bei Bauvorhaben achten sollten

  1. Welche Rechte entstehen aus der Gewährleistung?

Unter Pkt. 5.45. der Önorm B 2110 ist folgendes festgehalten:

  • Der AG kann wegen eines Mangels die Verbesserung (Nachbesserung oder Nachtrag des Fehlenden), den Austausch der Sache, eine angemessene Minderung des Entgelts (Preisminderung) oder die Aufhebung des Vertrages (Wandlung) fordern.
  • Zunächst kann der AG nur die Verbesserung oder den Austausch der Sache verlangen, es sei denn, dass die Verbesserung oder der Austausch unmöglich ist oder für den AN, verglichen mit der anderen Abhilfe, mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden wäre. Ob dies der Fall ist, richtet sich nach dem Wert der mangelfreien Leistung, der Schwere des Mangels oder den mit der anderen Abhilfe für den AG verbunden Unannehmlichkeiten.
  • Wenn zum Zeitpunkt der Feststellung des Mangels eine endgültige Behebung nicht möglich oder für den AG nicht zumutbar ist, kann der AG eine behelfsmäßige Behebung verlagen, der zum geeigneten Zeitpunkt die endgültige folgen muss. In diesem Fall trägt der AN auch die Kosten der vorläufigen Behebung.
    Durch die behelfsmäßige Behebung tritt eine Unterbrechung der Gewährleistungsfrist ein
  1. Kann der Auftraggeber dem Auftragnehmer vorschreiben, wie er oder sie einen Mangel zu beheben hat?

Nein. Zur Mängelbeseitigung kann das ausführende Unternehmen den aus seiner Sicht sinnvollsten Weg wählen. Einzige Voraussetzung ist, dass die Behebung den im Regelwerk definierten Erfordernissen an die Leistungserbringung entspricht. Bei einer Verbesserung oder einem Austausch ist die Leistung in angemessener Frist und mit möglichst geringen Unannehmlichkeiten für den AG zu bewirken, wobei die Art der Sache und der mit ihr verfolgte Zweck zu berücksichtigen sind.

  1. Was ist zu tun, wenn es rund um eine Mängelrüge beim Bau zum Streitfall kommt?

Herrscht darüber Unklarheit, wer einen Mangel verursacht und zu beheben hat, kann es zum Streit zwischen den Parteien kommen. Dies ist etwa der Fall, wenn der Auftragnehmer die Mängelrüge ablehnt. In einem solchen Fall schafft ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren durch einen Sachverständigen Klarheit. Je nachdem, zu welchem Ergebnis das Gutachten kommt, können Vergleiche, Nachbesserungen, Klageerhebungen, oder Kostenerstattungen folgen. Je nach Umfang des Verfahrens können Kosten von mehreren hundert bis tausend Euro anfallen.

LESETIPP: Schritt für Schritt durch das gerichtliche Beweissicherungsverfahren

Chaos im Büro - Unordnung und Papierstapel

Mit PlanRadar Baumängel zeitsparend erfassen & rügen (inkl. Mängelrüge Vorlage nach Önorm B 2110)

Damit die Behebung eines Mangels nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen überhaupt in die Wege geleitet werden kann, müssen alle im Verlauf eines Projekts erfolgten Arbeiten genau erfasst und dokumentiert werden. Nur so ist im Nachhinein nachvollziehbar, wer für welche Leistung verantwortlich war. Das Problem: Noch immer erfolgt dieser Prozess in den meisten Fällen von Hand.

So greifen Käufer oder Mieter bei der Mängelaufnahme meist noch zu Bleistift, Bauplan und Notizblock. Zum Festhalten von Bildern ist oft auch eine Digitalkamera mit dabei. Nach der Begehung müssen festgehaltene Schäden zur Weiterverarbeitung organisiert und in Aktenordnern oder Excel-Listen hinterlegt werden. Schließlich erfolgt noch die Weiterleitung des Sachverhalts an das verantwortliche Unternehmen. Jeder einzelne der beschriebenen Schritte birgt ein Fehlerrisiko in sich, so dass wichtige Informationen verloren gehen können. Die Folge sind potenzielle Verzögerungen und Kostensteigerungen.

Im Jahr 2020 geht das dank Software auch einfacher.

Mängelmanagement und Mängelrüge per Fingertipp

PlanRadar ist eine App zur Digitalisierung von Prozessen im Bau- und Immobilienwesen. Weltweit nutzen Unternehmen die Software zur Qualitätssicherung – Bauausführung, Mängelmanagement und Reporting sind damit ebenso möglich, wie Beweissicherung, Aufgabenzuweisung, Abnahmen, Übergaben, Due-Diligence, Bestandsaufnahmen, oder Zertifizierungen.

So setzte BREMER PlanRadar unter anderem zur Mängelaufnahme beim Neubau einer Umschlaghalle mit Büro Neubau einer Umschlaghalle mit Büro für das Logistik-Unternehmen Kühne & Nagel ein. Die App erhielt vom Bauunternehmen die Bestnote: „Ein sehr gutes, klares, selbsterklärendes und strukturiertes Tool, das auch künftig bei uns zum Einsatz kommen wird. Das Handling ist überzeugend, die Dokumentation verlässlich. Insofern 5 Sterne.“

LESETIPP: Das sagen unsere Kunden zu ihren Erfahrungen mit PlanRadar

Die Software ist auf Android, iOS und Windows vom Smartphone bis zum Tablet für alle mobilen Endgeräte erhältlich. Für Nutzer vereint PlanRadar eine große Anzahl an Vorteilen:

  • Baufehler, Leistungen und Aufgaben werden in Form von Tickets auf einem digitalen Bau- oder Architektenplan hinterlegt. Je nach Vorlieben oder Erfordernis können Informationen in Textform, als Sprachnotiz sowie als Bild gespeichert und geteilt werden.
  • Digitale Pläne, Tickets und die Kommunikation der Beteiligten sind für die Projektpartner in Echtzeit und unabhängig vom Standort jederzeit einsehbar.
  • Die Kommunikation der Projektteilnehmer erfolgt völlig transparent und ist auch Jahre später exakt zeitlich nachvollziehbar. Missverständnisse und Unklarheiten sind somit ausgeschlossen, was eine Mängelbeseitigung nach Önorm unterstützt
  • Dank zahlreicher praktischer Vorlagen für Abnahmeprotokolle, Mängelanzeigen, Behinderungsanzeigen, Besprechungsprotokollen und mehr sparen Sie bei Routinetätigkeiten viel Zeit
  • Die Bedienung ist intuitiv und erfordert keine Einschulung

 

Diese Vorteile überzeugen Unternehmen aus verschiedensten Branchen. Rund 60.000 Anwender aus 43 Ländern nutzen die App für die Kommunikation und Dokumentation im Bau- und Immobilienwesen. Wöchentlich werden mit PlanRadar im Schnitt 25.000 Projekte vollzogen.

LESETIPP: Alle Berichtsvorlagen von PlanRadar im Überblick

Mängelrüge Vorlage vor Abnahme Önorm B2110

PlanRadar Mängelrüge Vorlage für Mängelanzeige vor Abnahme

Sie haben im Zuge von Bauarbeiten oder vor dem Kauf eines Objekts Schäden entdeckt, sind sich aber nicht sicher, wie eine Mängelrüge aufgebaut sein muss? Sparen Sie Zeit und Mühe und nutzen Sie die praktischen Mustervorlagen von PlanRadar. Die Vorlage zur Mängelrüge vor Abnahme enthält alle wesentlichen Punkte. Mit wenigen Klicks fügen Sie der Mustervorlage Informationen wie den Projektnamen, Datum und alle relevanten Details zum Schaden (Bilder, Planausschnitt, etc.) hinzu. Je nach Bedarf lässt sich die Vorlage zur Mängelanzeige individuell anpassen.

Mängelrüge Vorlage nach Abnahme Önorm B2110

PlanRadar Mängelrüge Vorlage für Mängelanzeige nach Abnahme

Sie haben einen Baumangel nach Abschluss der Arbeiten oder nach Kauf eines Objekts erfasst? Mit der PlanRadar Mustervorlage für eine Mängelrüge nach Abnahme ist das kein Problem mehr. In der Vorlage sind alle wesentlichen Punkte einer Mängelrüge enthalten, die Sie nur mehr mit den notwendigen Informationen ergänzen müssen. Auch diese Mängelrüge Vorlage können Sie bequem und zeitsparend mit nur wenigen Klicks an Ihre Bedürfnisse anpassen.

Jetzt kostenlos testen