Egal ob Sie Ihren eigenen Lebensabend so bequem wie möglich gestalten oder die Lebensqualität eines Freundes oder Verwandten mit Bewegungseinschränkung verbessern wollen. Es kann eine Herausforderung sein, ein Zuhause sicher, barrierefrei und altersgerecht zu gestalten, damit es den ändernden Bedürfnissen gerecht wird. 

Mit einer sorgfältigen Planung und einigen Änderungen ist es jedoch möglich, ein Heim zu schaffen, das für alle Altersgruppen und Zustände zugänglich ist. In diesem Artikel werden wir einige der wichtigsten Überlegungen für den Umbau eines Hauses in einen barrierefreien Raum untersuchen und klären, welche Förderungsmöglichkeiten dafür infrage kommen.

Barrierefreies Bauen

Was ist die DIN 18040?

Die DIN 18040 ist eine Norm, die barrierefreie Gestaltung von Gebäuden und Freiräumen regelt. Sie wird in drei Teile gegliedert:

  • DIN 18040-1 befasst sich mit öffentlichen Gebäuden.
  • DIN 18040-2 befasst sich mit Wohnungen und ist daher für die meisten privaten Bauherren besonders interessant.
  • DIN 18040-3 befasst sich mit öffentlichen Frei- und Verkehrsräumen.

Je nach Bauvorhaben gilt also nur ein Teil der DIN 18040. Die Norm enthält Texte und Abbildungen, die über die Voraussetzungen informieren, die erfüllt müssen, damit eine bauliche Anlage als barrierefrei gilt.

Ist die DIN 18040 für barrierefreies Bauen verpflichtend?

Die DIN 18040 kann sowohl vertraglich als auch gesetzlich festgelegt sein.

Ob die DIN 18040 gesetzlich verpflichtend ist, kann man nicht eindeutig beantworten, da die Verpflichtungen von Bundesland zu Bundesland variieren. Die DIN 18040-1 für öffentliche Gebäude ist jedoch in den meisten Bundesländern verpflichtend.

Förderungen für einen barrierefreien, altersgerechten Umbau

Die KFW stellt einen Förderkredit von bis zu 50.000 Euro allen Personen zur Verfügung, die ihre Wohnung barrierefreier gestalten wollen. Davon können Sie allerdings nur unter bestimmten Bedingungen profitieren. Wenn es sich um den Umbau einer Ferienimmobilie handelt, stehen die Chancen für eine Förderung schlecht. Auch Umbauten der Marke Eigenbau oder mithilfe privater Helfer sind nicht förderfähig. Die Antragstellung muss innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme erfolgen.

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Barrierefrei & altersgerecht umbauen – so geht’s!

Wenn sich eine neue Beeinträchtigung auf unseren Alltag auswirkt, kann das Zuhause schnell zu einem Raum voller lästiger Hindernisse werden. Für viele ist Barrierefreiheit ein Thema, mit dem sie sich erst beschäftigen, wenn sie selbst damit konfrontiert sind. Wenn Sie einen barrierefreien und altersgerechten Umbau planen, können Ihnen eventuell die folgenden Überlegungen und Checklisten als erster Wegweiser dienen:

Treppen überwinden

Treppen sind in fast jedem architektonischen Stil zu finden. Unabhängig davon, ob es sich bei Ihrem Zuhause um ein mehrstöckiges Penthouse handelt oder nicht, werden Sie wahrscheinlich eine Treppe haben, die zu Ihrer Haustür führt. Sie stellen nicht nur für Rollstuhlfahrer, sondern auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine Gefahr dar. Werfen wir einen Blick auf 3 Hilfsmittel zur Bewältigung von Treppen, deren Kosten und Ergonomie stark variieren.

Option 1: Rampe

Rampen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Typen für jeden Bedarf. Zusammenklappbare Rampen sind schnell gelagert und Schwellenrampen erleichtern den sofortigen Einstieg in eine Tür.

Ein paar Faustregeln für Rampen:

  • Rampen müssen eine Steigung von maximal 6 % haben.
  • Sie müssen mindestens 90 cm breit sein, damit sie für Rollstuhlfahrer zugänglich sind.
  • Sie sollten mit sicheren Geländer ausgestattet sein.

Option 2: Treppenlifte

Sie haben hierbei die Wahl zwischen verschiedenen Arten und können diese fest in Ihrer Wohnung installieren. Der Einbau von Treppenliften gleicht Ihre Wohnung aus und schafft einen sicheren, barrierefreien Raum für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. 

Option 3: Fahrstühle

Der Fahrstuhl ist eine luxuriöse Alternative zum Treppenlift. Er ist elegant, sicher, zuverlässig und schnell. Außerdem lässt er sich in die bestehende Architektur integrieren. Der Einbau eines Fahrstuhls mag zwar teuer erscheinen, aber sie werden eventuell Jahrzehnte davon profitieren und in manchen Fällen kann er auch den Wert der Immobilie steigern.

Wenn Ihnen diese Optionen gegenwärtig noch überflüssig erscheinen, könnten Sie als Alternative die Bewältigung von Treppen sicherer gestalten:

  • Rutschfeste Oberfläche auf den Stufen
  • Geländer auf beiden Seiten
  • Gut beleuchtete Treppen
  • Farb- und Texturkontrast an den oberen und unteren Treppenkanten für Menschen mit Sehschwäche

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Badezimmer und Klo

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sturzgefährdete Personen im Badezimmer auf viele Hindernisse stoßen. Zum Beispiel werden glatte Fliesen extrem gefährlich, wenn sie nass und seifig sind, Wannen und Waschbecken sind für sie oft schwer zu benutzen. Wannen mit hohen Seitenwänden können zudem ein Hindernis beim Einstieg in die Wanne darstellen. Bei Badewannen mit Einstieg wird dieses Hindernis jedoch beseitigt, da die Benutzer direkt in die Wanne einsteigen können, ohne den Rand überqueren zu müssen. So genießt man sicheren Badespaß und reduziert die hohe Sturzgefahr im nassen, rutschigen Badezimmer.

Toiletten können für Menschen mit Behinderungen ebenso tückisch sein wie die Badewanne. Mit einem einfachen Sicherheitsrahmen kann Ihre Toilette sicherer und bequemer werden. Handläufe sorgen für ein stabiles Hinsetzen und Aufstehen.

Der richtige Boden

Oberflächen wie Fliesen oder Parkettböden können im Laufe der Zeit sehr glatt werden. Hartholzböden, dicke Teppiche und raue Fugen können auch für Personen, die Mobilitätshilfen wie Gehhilfen und Stöcke benutzen, schwierig sein. Hier sind drei wichtige Tipps für die Planung des Bodenbelags:

  1. Rutschfester Bodenbelag: Um Stürzen vorzubeugen und die Verletzungsgefahr zu verringern, ist es wichtig, einen Bodenbelag zu wählen, der eine rutschfeste Oberfläche hat. Dies ist vor allem in Bereichen wie Küche und Bad wichtig, in denen ein erhöhtes Risiko für Feuchtigkeit besteht.
  2. Glatte, ebene Oberflächen: Um Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Fortbewegung in der Wohnung zu erleichtern, ist es wichtig, möglichst glatte, ebene Flächen zu haben. Das bedeutet, dass erhöhte Schwellen oder andere schwer zu überwindende Hindernisse vermieden werden sollten.
  3. Feste Teppichböden: In Bereichen, in denen Teppichboden gewünscht wird, ist es am besten, eine Variante zu wählen, die mit einem Rollstuhl oder einer anderen Mobilitätshilfe leicht zu befahren ist. Zottelteppiche sind nicht nur schwer zu befahren, sondern auch eine unterschätzte Stolperfalle.

Schlafzimmer

Beim Umbau eines Schlafzimmers in ein barrierefreies und zugängliches Zimmer gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Um Mobilitätshilfen wie Rollstühle unterbringen zu können, müssen Sie sicherstellen, dass der Raum groß genug ist. Möglicherweise müssen Sie Möbel und andere Gegenstände entfernen, die unnötig Platz wegnehmen.

Als Nächstes müssen Sie dafür sorgen, dass der Raum leicht begehbar ist. Das kann bedeuten, dass Sie die Türen breiter machen und Rampen oder andere Modifikationen anbringen, die es einer Person mit einer Mobilitätshilfe erleichtern, sich im Raum zu bewegen.

Nehmen Sie weitere Anpassungen vor, die den Raum für die Person, die ihn benutzt, bequemer und funktioneller machen. Dazu kann auch ein höhenverstellbares Bett gehören.

Checkliste für das Schlafzimmer:

  • Die Matratze sollte nicht höher als 55 cm über dem Boden liegen.
  • Der Türgriff der Schlafzimmertür sollte leicht zu greifen, einhändig bedienbar und mit einer Hand zu bedienen sein.
  • Alle Thermostate, Fernbedienungen und Lampensteuerungen sollten sich innerhalb von 120 cm über dem Boden befinden.
  • Der Freiraum auf jeder Seite des Bettes und am Fußende des Bettes sollte mindestens 90 cm breit sein.
  • Die Schranktüren sollten zweiflügelig oder als Schiebetüren ausgelegt sein.

Küche

Der Umbau der Küche ist einer der wichtigsten Maßnahmen, um einem Menschen ein barrierefreies, unabhängiges und sicheres Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Es ermöglicht ihnen auch die uneingeschränkte Teilnahme an alltäglichen Aktivitäten wie das gemeinsame Kochen mit Verwandten und Freunden, das für das psychische und körperliche Wohlbefinden sehr wichtig sein kann.

Die Küche enthält viele Geräte und Stellflächen auf unterschiedlichen Ebenen, daher gibt es beim barrierefreien Umbau hier besonders viel zu beachten:

  • Installieren Sie Großgeräte, die leicht zu bedienen und leicht zu reinigen sind.
  • Bringen Sie Haltegriffe in der Nähe von Herd, Spüle und anderen Bereichen an, in denen sie zur Unterstützung benötigt werden.
  • Achten Sie darauf, dass die Küche gut ausgeleuchtet und stellen Sie sicher, dass alle Lichtschalter leicht zu erreichen sind.
  • Alle Schränke und Schubladen sollten sich ohne viel Kraftaufwand öffnen und schließen lassen.
  • Überlegen Sie, ob Sie ein ausziehbares Schneidebrett oder andere Hilfsmittel anbringen, die die Zubereitung von Speisen erleichtern. Alles, was dem normalen Hobbykoch praktisch erscheint, kann für Menschen, die auf einen barrierefreien Zugang angewiesen sind, zehnmal praktischer sein.
  • Bedenken Sie, dass Rollstuhlfahrer unter den Arbeitsplatten und Waschbecken Beinfreiheit benötigen, um bequem kochen zu können.
  • Die richtige Höhe der Arbeitsflächen, Stellflächen und Geräte ist für eine barrierefreie Küche enorm wichtig:
    • Der Geschirrspüler sollte mindestens 15 cm über dem Boden montiert werden.
    • Wandschalter und Steckdosen müssen etwa 85 cm vom Fußboden entfernt sein.
    • Die Mikrowelle oder der Ofen sollte unterhalb der Arbeitsplatte installiert werden, damit sie für Rollstuhlfahrer leicht bedienbar sind.
    • Die oberen Schränke sollten ca. 35 über der Arbeitsplatte angebracht werden, während die untersten Bretter der oberen Schränke nicht höher als 120 cm sein sollten.

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Pool

Viele Menschen mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten lieben es, Schwimmen zu gehen. Um in ein Schwimmbecken zu gelangen, gibt es grundsätzlich 2 Optionen:

  1. Sie installieren einen schrägen Einstieg.
  2. Sie installieren einen Poollift. Diese Lifte sind definitiv die teurere Option, doch sie können unterschiedliche Gewichte tragen, eignen sich sowohl für oberirdische als auch für unterirdische Schwimmbecken und passen zu einer breiten Palette von ästhetischen Aspekten.

Weitere Tipps für den Poolbereich:

  • Stellen Sie sicher, dass der Weg zum Eingang gut beleuchtet und leicht zu finden ist.
  • Vergewissern Sie sich, dass das Pooldeck und der umliegende Bereich frei von Stolperfallen wie losen Kabeln, Poolspielzeug und anderen Gegenständen sind.
  • Installieren Sie Geländer entlang des Einstiegs, um Personen beim Betreten und Verlassen des Schwimmbeckens zusätzlichen Halt und Stabilität zu bieten.