Digitalisierung der Baubranche: Darauf kommt es an!

Es ist kein Geheimnis, dass im Handwerk aufgrund des demografischen Wandels akute Personalnot besteht. Davon immer stärker betroffen ist auch das Baugewerbe – Verzögerungen von Projekten bis zur Nichtannahme von Aufträgen drohen. Doch was tun, wenn der Abgang von alten Fachkräften durch den Nachwuchs nicht kompensiert werden kann? Die Digitalisierung der Baubranche ist ein vielversprechender Lösungsansatz.

Älterer Herr auf Baustelle nutzt Smartphone

Grau am Bau

Wenn es ums Alter geht, bestehen zwischen den einzelnen Berufsgruppen in der Baubranche erwartungsgemäß Unterschiede. So sind zum Beispiel Architekten und Architektinnen in Deutschland im Schnitt etwas älter als Bauingenieure und Bauingenieurinnen. Doch deutschlandweit ist der Trend klar: Waren es vor 10 Jahren noch rund 23%, sind inzwischen mehr als 33% aller Erwerbstätigen im Baugewerbe über 50 Jahre alt. Das entspricht etwa 900.000 Personen. Im Immobilienbereich – also beim Kauf und Verkauf, oder im Facility Management – liegt ihr Anteil sogar bei 50%. Tendenz weiter steigend. Dass vom Handwerker bis zum Bauunternehmer die Senioren immer zahlreicher werden, liegt hauptsächlich am demografischen Wandel, von dem die Deutsche Gesellschaft in ihrer Gesamtheit betroffen ist.

Gut situiertes Bauunternehmen (NRW) sucht…

Die Folgen dieser Entwicklung treten indes immer deutlicher zutage. Laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) haben 2019 nach eigenen Angaben bereits mehr als 60% der Unternehmen Probleme mit dem Fachkräftemangel am Bau. Da offene Stellen nicht mehr besetzt werden können, müssen die verfügbaren Kräfte stärker belastet werden. Das geht zulasten von Arbeitsklima und Leistungsfähigkeit – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf weitere Aspekte, wie zum Beispiel die Arbeitssicherheit auf der Baustelle.

Die Konsequenzen dieses Trends zeigen sich auch volkswirtschaftlich: Fehlt es an Arbeitskräften, kann weniger geleistet werden. Verzögerungen bei der Durchführung von Bauprojekten sind das Resultat. Ob Infrastruktur oder Wohnbau – betroffen sind davon alle Bereiche. In immer mehr Fällen werden Aufträge von Bauunternehmen auf Grund mangelnder Kapazitäten nicht mehr angenommen. Das trägt wiederum zur Verteuerung von Bauvorhaben bei. Mit dem Rentenantritt der älteren Generation geht aber nicht nur dringend benötigte Arbeitskraft, sondern auch wertvolles Fachwissen verloren. Entsprechend gefragt – und teuer – ist junges und gut ausgebildetes Personal. Da der Fachkräftemangel nicht nur die Baubranche, sondern inzwischen so gut wie alle Sparten und Industrien betrifft, ist um den Nachwuchs ein regelrechter Wettbewerb entbrannt. Große Konzerne in urbanen Regionen haben hier naturgemäß die besseren Karten.

Junges Mädchen hält Bohrmaschine bei Hausrenovierung

Goldener Boden

In der Not setzen Unternehmen auf verschiedene Anreize: Neue Smartphones oder ein Firmenwagen sollen junge Handwerker für eine Karriere im Baugewerbe gewinnen. Andere Ansätze versuchen durch die Aufwertung von Unternehmens-Standorten die Attraktivität zu steigern. Dazu zählen zum Beispiel Angebote für die Kinderbetreuung oder Ganztagsschulen auch in ländlichen Regionen. Langfristigere Konzepte setzen den Hebel bei der Ausbildung an. Dass das durchaus Sinn macht, belegen Zahlen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. 2016 lag die Zahl der Lehrlinge im Bausektor bei 36.000 und damit fast 65% unter dem Niveau von 1995. Verschiedene Programme sollen Jugendliche ohne ausreichende Qualifikation, aber auch Studienabbrecher oder Immigranten dabei unterstützen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Diese Maßnahmen zeigen Wirkung: Die Anzahl der Lehrlinge hat sich in den letzten Jahren stabilisiert.

Für die meisten lohnt sich eine derartige Ausbildung. Das durchschnittliche Lebenseinkommen eines Handwerkers ist mit dem von Fachhochschulabsolventen vergleichbar. Wer sich dabei besonders ins Zeug legt, profitiert als Nachwuchs-Handwerker vom demografischen Wandel sogar zusätzlich: Da immer mehr Unternehmer in Rente gehen, sucht eine wachsende Anzahl an erfolgreichen Betrieben nach Nachfolgern für die Geschäftsführung.

Von der Digitalisierung der Baubranche profitieren

Eine weitere Möglichkeit, um einen Teil der Folgen des demografischen Wandels abzufangen, stellt die fortschreitende Digitalisierung der Baubranche dar. Die Digitalisierung erfasst alle Bereiche. Mit dem Aufkommen technologiebasierter Arbeitsprozesse und zahlreicher Software-Lösungen sind im Bauwesen deutliche Kosteneinsparungen und Zeitvorteile sowohl im operativen Feld als auch im administrativen Management zu erkennen. Statt den einst sehr aufwendigen, analogen Arbeiten können Prozessen mittlerweile auf Knopfdruck rascher erledigt werden.

Werden Prozesse optimiert oder automatisiert, können Ressourcen an anderer Stelle eingesetzt werden. Erfahrene Mitarbeiter der Generation 50+ müssen sich nicht unnötig lange mit Routineaufgaben befassen, sondern können ihr Fachwissen bei wichtigeren Tätigkeiten einbringen. Ein Beispiel ist die Dokumentation von Baumängeln.

Jeder Praktiker weiß, dass sich Fehler bei keinem Bauprojekt zur Gänze vermeiden lassen, auch wenn mit größter Sorgfalt gearbeitet wird. Wird ein Fehler zum Beispiel bei einer Begehung entdeckt, erfolgt die Aufnahme des Baumangels in vielen Fällen noch analog – also mit Kugelschreiber auf Notizblock und Papierplänen. Die gesammelten Daten müssen entweder in Akten hinterlegt, oder zur weiteren Bearbeitung in Excel-Listen übertragen werden. Anschließend erfolgt die Übermittlung der Informationen an die verantwortlichen Projektpartner. Da bei Bauprojekten täglich unzählige E-Mails versandt werden, können Informationen leicht übersehen werden oder auch verloren gehen. All das ist aufwendig, kostet Zeit, Geld und Nerven.

Mit Software-Lösungen wie PlanRadar geht das auch einfacher.

Digitalisierung der Baubranche mit PlanRadar

Digitalisierung der Baubranche mit PlanRadar vorantreiben

Die Digitalisierung der Baubranche schreitet voran. PlanRadar wird weltweit von Unternehmen aller Größen für verschiedene Aufgaben eingesetzt: Mängelmanagement, Baudokumentation, Reporting, Abnahmen, Bestandsaufnahmen, Beweissicherung, Due-Diligence, Zertifizierungen, oder zur Aufgabenzuweisung. Die App ist für Android, iOS und Windows für alle mobilen Geräte verfügbar – also vom Smartphone bis zum Tablet.

Anwender der Software profitieren von zahlreichen Vorteilen:

  • Baufehler, aber auch offene Leistungen oder andere Aufgaben werden als sogenannte Tickets auf digitalen Bau- oder Architektenplänen verzeichnet. Die Informationen zu jedem Sachverhalt können je nach Wunsch oder Anforderung als Text, Sprachnotiz und Bild gespeichert werden. Pro Woche spart das im Schnitt 7 Arbeitsstunden ein.
  • Neue Baupläne oder Überarbeitungen bestehender Pläne lassen sich mit wenigen Fingertipps als PDF oder JPG hochladen – das ermöglicht ein unkompliziertes Planmanagement.
  • Nach Erstellung eines neuen Tickets, oder wenn Informationen zu einem bestehenden Ticket hinzugefügt wurden, setzt die Software die verantwortlichen Projektteilnehmer unmittelbar in Kenntnis. Einsicht erhalten nur jene Personen, die vom Projektleiter mit den entsprechenden Rechten versehen wurden.
  • Das Resultat: Völlig Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Kommunikation zwischen den beteiligten Personen. Der Verlauf von Leistungen ist zudem auch noch Jahre später mit wenigen Klicks aufrufbar und kann exakt nachvollzogen werden.
  • Alle Daten werden entsprechend der Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sicher in einer Cloud gespeichert – Anders, als bei am Bau häufig verwendeten Messenger-Diensten wie Whatsapp, können Informationen zudem nicht verloren gehen und dank Filterfunktion bequem durchsucht werden.
  • Alle Informationen können unkompliziert in Protokollen zusammengefasst und als PDF oder Excel-Datei an Dritte übermittelt werden. Dadurch kann zum Beispiel ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger Sachverhalte schneller nachvollziehen.
  • Die Bedienung der Software ist vom Lehrling bis zum Betriebsführer sehr einfach erlernbar – auch Laien können ohne Einschulung bereits nach wenigen Minuten Projekte erstellen.

 

Es sind Vorteile, die Kunden rund um den Globus überzeugen. Rund 80.000 Nutzer aus 46 Ländern aus allen Sparten der Bau- und Immobilienbranche nutzen die App für die Kommunikation und Dokumentation im Bau- und Immobilienwesen. Pro Woche werden mit PlanRadar im Schnitt 25.000 Projekte vollzogen.

Digitalisierung am Bau: Die Chance ergreifen

Obwohl die Baubranche im Schnitt nach wie vor sehr analog arbeitet, sind Veränderungen durch die Digitalisierung immer deutlicher spürbar. Denn der Verlauf von Arbeitsprozessen, bautechnische Denkweisen und Strukturen von Bauunternehmen haben sich seit der Nutzung von digitalen Hilfsprogrammen nicht nur verändert, sondern auch der Einsatz solcher Systeme wird immer beliebter. Der DIHK-Innovationsreport von 2020 bestätigt dies deutlich. Eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertag besagt, dass sich immer mehr Unternehmen auf den Umgang mit Smart Services sowie die Digitalisierung von Produktions- und Arbeitsprozessen einlassen. Im Zuge der Digitalisierung planen 82 Prozent der Klein-und Mittelbetriebe zukünftig die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, bei Großunternehmen (über 500 Mitarbeiter) beträgt der Anteil sogar 96 Prozent.

Gleichzeitig muss aber vor allem im Mittelstand und in Kleinbetrieben festgehalten werden, dass die Digitalisierung der deutschen Baubranche noch immer zögerlich verläuft. Mittelfristig betrachtet, gefährden diese Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit, weil sie die Anpassung an moderne Prozesse und somit auch den Anschluss an neue Techniken verpassen.

Ob 3D-Drucker am Bau, der Einsatz von Drohnen, Building Information Modeling (BIM), oder andere Technologien: Unternehmen sind in jedem Fall gut beraten, wenn sie vor dem Griff zu einer neuen Technologie eine genaue Bedarfsanalyse durchführen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass auch jene Personen, die die Tools in der Praxis nutzen sollen, in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. Nur so ist sicher, dass Arbeitsprozesse tatsächlich verbessert werden, so dass Unternehmen einer gesteigerten Produktivität sowie deutlichen Wachstumspotenzialen rechnen können.

Für die deutschen Baubranche ergeben sich somit, je nach Größe und Geschäftsmodell, verschiedene Strategien: Diese führen vom Ausbau der digitalen Planungsmethoden über die Fokussierung auf Smart Services bis hin zur Erweiterung der Wachstumssegmente. Denn selbst wenn moderne Entwicklungen die Bauindustrie vor große Herausforderungen stellen, können gesellschaftliche und technische Trends wie die Digitalisierung auch wachstumstreibend sein. Und dabei gilt – ob in der Planung, in der Ausführung oder auf der Baustelle – nur, wer frühzeitig auf den Zeitgeist und seine Herausforderungen reagiert, wird von dem digitalen Wandel profitieren können und in den kommenden Jahren innovativ und erfolgreich sein.