Stadtplanung – Gemeinsam zur Traumstadt

War sie gut, lässt sie in Städten lebenswerte Gegenden zum Wohnen und Arbeiten mit eigenem Flair entstehen. War sie schlecht, sind kalte und trostlose Orte, wie so manches Bahnhofsviertel in deutschen Städten oder die Bürostadt La Défense in Paris die Folge. Ist sie gar nicht vorhanden, baut jede/r was er will und wo sie will. Die Rede ist von der Stadtplanung und ihren Auswirkungen auf das Leben in urbanen Gebieten.

Dieser Artikel wirft einen Blick auf die rechtlichen Grundlagen der Stadtplanung in Deutschland, ihre Hintergründe, Aufgaben und Ziele, sowie zukünftige Trends, Herausforderungen und Lösungen.


Stadtplanung

Gesetze, die den Raum ordnen

Die Stadtplanung ist eine Unterkategorie der Raumplanung, deren Systematik sich in Deutschland auf mehrere Ebenen aufteilt. Zuvorderst steht der Bund, welcher auf Basis des Raumordnungsgesetzes (ROG) die Grundsätze der Raumordnung schafft. Er bestimmt unter anderem zentrale Orte der Entwicklung, wie überregionale Verkehrsachsen verlaufen, oder wo Infrastrukturprojekte entstehen. Derartige Planungen werden auch von den einzelnen Ländern vorgenommen, wobei auf dieser Ebene kleinteiliger gearbeitet wird – etwa in Bezug auf die Unterteilung von Gebieten nach Nutzungsart. Die Stadtplanung ist auf Gemeinde-Ebene angesiedelt und geht bei der Raumplanung noch weiter in die Tiefe, indem sie die Raumordnung für Stadtviertel, Quartiere oder Straßenzüge überblickt. Da zwischen den einzelnen Ebenen große Unterschiede bei den Maßstäben sowie den zur Verfügung stehenden Datensätzen herrschen, sind die Aussagen und Beschlüsse zur Raumplanung von Bund und Ländern in der Regel weniger konkret, als auf Gemeinde-Ebene.

Die Ziele der Stadtplanung haben sich im Laufe der Jahre verändert. Zum Ende des 19. Jahrhunderts lag ihre Hauptaufgabe darin, die drängenden Probleme der Zeit zu lösen: Bereitstellung von Wohnraum, Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung. Ab den 1960er Jahren trat sie zunehmend zukunftsorientierter und vorausschauender auf. Die Stadtplanung war zu dieser Zeit noch immer fest in öffentlicher Hand, jedoch nahm die Bürgerbeteiligung zu. Seit 1990 reduziert sich die Stadtplanung nicht nur mehr darauf, zu planen. Organisation und Koordination unter Beteiligung verschiedener Interessensgruppen nehmen heute wesentliche Teile der Arbeit ein.

Modelle für eine bessere Stadtplanung

Die moderne Raumplanung basiert auf verschiedenen Konzepten. Dazu zählen ökonomische Denkansätze wie (regionale) Wachstums- und Entwicklungstheorien unter Einbezug von Faktoren wie zum Beispiel der Bevölkerungsentwicklung. Aus der Soziologie stammen Theorien, die bei der Raumplanung Fragen wie die fortschreitende Globalisierung und Individualisierung der Gesellschaft berücksichtigen. Andere Modelle legen wiederum einen Fokus auf kulturelle oder ethische Aspekte oder berücksichtigen Entwicklungen wie die immer stärker aufkommende urbane Landwirtschaft.

Manche Theorien der Stadtentwicklung befassen sich sogar mit der Frage, wie sich bestimmte Maßnahmen der Regional- oder Stadtplanung möglichst erfolgreich einsetzen und vermarkten lassen, um ein gewünschtes Image zu fördern. So erfüllt etwa gezielte Planung von Stadtbereichen mit einem Schwerpunkt auf Kultur, Sport, Einkauf, etc. mehrere Zwecke. Je nachdem, ob sich eine Stadt ein modernes, innovatives, lebenswertes oder ein anderes Bild verpasst, sollen Touristen zum Besuch, Unternehmen zur Ansiedelung oder Personen zum Zuzug animiert werden.

Damit wird offensichtlich: Städtebau setzt sich aus zahlreichen komplexen Aspekten zusammen, deren Zusammenhänge nicht immer sofort ersichtlich sind. Somit sollte die Raum- und Stadtplanung unabhängig von der Zielsetzung immer darauf abzielen, verschiedene Theorien miteinander zu verbinden. Denn jedes einzelne Modell stellt immer nur einen Teil der Wirklichkeit dar. Was Stadtplaner ebenfalls bedenken sollten: Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft und die Städte selbst verändern sich fortlaufend. Darum lassen sich bisher genutzte Denkansätze nicht zwangsläufig für die Planung der Zukunft verwenden.

Entwicklung Stadtbevölkerung Deutschland und Weltweit 1950-2030
Quelle: Vereinte Nationen

Ich bin Stadtbewohner und brauch‘ das!

Billigeren Wohnraum, weniger Stau, gerne auch mehr Grünflächen, und das neue Zementwerk bitte ans andere Ende der Stadt – Bewohner konfrontieren die Stadtplanung mit einer Menge an Wünschen und Forderungen. Untermauert werden diese Ansprüche von gesetzlichen Vorgaben wie zum Beispiel dem deutschen Baugesetzbuch (BauGB). Es fordert unter anderem eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung. Diese soll soziale, wirtschaftliche und kulturelle Ansprüche sowie den Schutz der Umwelt in Einklang bringen. Das erklärte Ziel lautet, der Bevölkerung ein gesundes sowie sicheres Leben und Arbeiten zu ermöglichen. Das wird zunehmend wichtiger, denn immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Laut Daten der Vereinten Nationen werden bis 2030 knapp 80% der Menschen in Deutschland in Städten leben. Konkrete Schritte und Maßnahmen für die „Stadt der Zukunft“ wurden vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) erarbeitet. Von der Reduzierung des Zuwachses an bebauten Flächen über den Ausbau von Fahrradwegen, bis zur Stärkung der Wirtschaft definiert das BBR verschiedene Ziele für die Stadtplanung des 21. Jahrhunderts.

Hinzu kommen weitere Herausforderungen und Problemfelder, mit denen sich Stadtplaner konfrontiert sehen. Dazu zählen die Gentrifizierung – die Verdrängung ökonomisch schwächerer Bewohner durch zahlungskräftigere Zuzügler in einem Viertel – Suburbanisierung oder die fortschreitende Abwanderung in strukturschwachen Gebieten.

Stadtplanung: Viele Akteure, viele Meinungen

Dass die Arbeit der Stadtplanung in Zukunft nicht leichter wird, liegt aber noch an einem weiteren Grund: So sind an einem größeren Projekt üblicherweise eine Vielzahl an Akteuren und Interessensgruppen beteiligt, da sie davon entweder direkt oder indirekt betroffen sind. Somit gilt es Einzelinteressen abzuwägen und dem Wohl der Gesellschaft gegenüberzustellen. Gelingt dies nicht, kann das Projekt im schlimmsten Fall scheitern.

Damit die Stadtplanung ihre Ziele erreichen kann, muss sie auf einen Mix aus Maßnahmen und Instrumenten bauen sowie ressortübergreifend arbeiten. Dazu zählt zum Beispiel der Austausch mit Kommunen, Verwaltung sowie Verbänden darüber, wie Flächen genutzt und bebaut werden können. Durch gezielte Medienarbeit werden Interessensgruppen informiert. Moderation zwischen und der Dialog mit Akteuren soll unterschiedliche Meinungen unter einen Hut bringen. Dabei geht es in der Regel immer auch um Geld. Vor allem aus der öffentlichen Hand ist dieses in den letzten Jahren rar geworden, so dass bei der Finanzierung von Projekten oft Kreativität gefragt ist. Gründlich ausgearbeitete Pläne für ein Projekt stellen somit eine wichtige Grundlage für Investitionen privater Geldgeber oder die Förderung aus öffentlichen Mitteln dar.

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Doch damit ein Projekt gelingt, muss das Büro verlassen und die Stadt selbst unter die Lupe genommen werden. Denn viele Sachverhalte lassen sich ausschließlich vor Ort erörtern: Wie sieht es mit der vorhandenen Baustruktur aus? Wie steht es um die Verkehrsanbindung? Wie stellt sich die Situation in der Realität dar? Darüber hinaus bietet eine Ortsbegehung auch die Möglichkeit, Anwohner und sonstige lokale Interessensgruppen in den Prozess miteinzubeziehen.

Bisher war das mit einer gehörigen Portion an Aufwand verbunden. Denn um die Ergebnisse einer Begehung festzuhalten, mussten sich die Verantwortlichen ausgestattet mit Klemmbrett, Fotoapparat und Papierplan auf den Weg machen. Digitalen Softwarelösungen wie PlanRadar machen das überflüssig. Sie erlauben auf mobilen Endgeräten ein unkompliziertes Planmanagement, denn Karten und Pläne lassen sich einfach per Fingertipp hochladen. Ebenso werden Informationen direkt vor Ort in Form von Tickets erfasst und auf Plänen oder Karten eingetragen. Das Besondere: Informationen können nicht nur als Text hinterlegt werden. Auch Sprachnotizen und Bilder lassen sich digital in der App festhalten. Alle Daten können ohne Verzögerung mit den betreffenden Projektpartnern geteilt werden. Das ist nicht nur zeitsparend, sondern garantiert auch, dass alle beteiligten Personen immer auf dem aktuellen Stand sind.