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Immobilienpreise 2022: Weltweite Prognosen

Nach zum Teil starken Einbrüchen im Zuge der Covid-19-Krise erlebten die weltweiten Immobilienmärkte im Jahr 2021 einen starken Aufschwung. In unserem Jahresupdate werfen wir einen Blick auf die Prognosen für die Immobilienpreise für das Jahr 2022 im DACH-Raum, den USA, China, Australien und in den Golfstaaten.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Was lauten die Prognosen für die Immobilienmärkte für das Jahr 2022?
  • Welche Länder sind 2022 dem größten Risiko ausgesetzt?
  • Wie sieht die Lage in der DACH-Region aus?
  • Welche Rolle spielt COVID-19?

  • Weltweite Immobilienblase 2020

*Update Ende 2021 / Anfang 2022: Wirtschaftliche Erholung unsicher, erstarkte Immobilienmärkte

Im Zuge der COVID-19-Krise ging die wirtschaftliche Aktivität weltweit stark zurück, um sich im Jahr 2021 wieder etwas zu erholen. Nach wie vor ist die Weltwirtschaft noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt. Jedoch haben sich anfängliche Befürchtungen, dass die Krise insbesondere den Immobilienmärkten schaden wird, nicht oder nur teilweise erfüllt.

Die massive Intervention von Zentralbanken, die die Märkte weltweit mit billigen Krediten versorgt haben, scheint Wirkung zu zeigen. Nach anfänglichen Einbrüchen, verzeichnen viele Immobilienmärkte in den letzten Monaten wieder starke Zuwächse, beziehungsweise verharren auf einem hohen Niveau.

Aus diesem Grund spricht man vielerorts von Immobilienblasen und dass diese kurz vor dem Platzen stehen.

Was ist eine Immobilienblase?

Der Begriff Immobilienblase bezeichnet stark überbewertete Immobilien in einer Stadt oder Region, deren Wert konstant steigt. Der Markt „bläst“ sich immer weiter auf, bis ein Höhepunkt erreicht ist, woraufhin die Preise innerhalb kurzer Zeit stark nachgeben – die Blase platzt. Grundlegend für eine Immobilienblase ist, dass die Werte von Gebäuden den Bezug zu realen Grundlagen, wie zum Beispiel der Bevölkerungsentwicklung, verloren haben.

Wie entstehen Immobilienblasen?

Die US-Bank JP Morgan hat drei Anzeichen oder Faktoren ausgemacht, die dafür ausschlaggebend sind, warum und wie eine Immobilienblase entsteht:

  1. Rapides Preiswachstum von Immobilien in einer Stadt oder Region innerhalb eines kurzen Zeitraumes (wenige Monate bis Jahre)
  2. Hohe Preisniveaus im Vergleich zu umliegenden Regionen
  3. Anhaltend hohe Preisniveaus trotz steigendem Angebot an Immobilien in einer Region

 

Auslöser für diese drei Gründe können neben einem tatsächlich vorhandenen Bedarf an Immobilien auch Spekulationsgeschäfte der Marktbeteiligten sein.

Weitere Faktoren verschärfen die Situation vielerorts zusätzlich:

  1. Die enge Verknüpfung der Immobilien- mit den Finanzmärkten erweist sich in vielen Staaten zunehmend als Problem. Durch niedrige Leitzinssätze der Zentralbanken fließt weltweit viel Geld in die Immobilienmärkte, da Gebäude als wertsichernde Anlage gelten. Das lässt von Shanghai bis Paris die Preise steigen.
  2. In einer globalisierten Welt fließt Geld über Grenzen hinweg in regionale Immobilienmärkte. Reiche Käufer legen sich Objekte in beliebten Destinationen rund um den Globus zu, wodurch lokale und finanzschwächere Käufer zunehmend verdrängt werden. Die Verdrängten siedeln sich in anderen Vierteln oder Regionen an und sorgen dort ihrerseits für eine erhöhte Nachfrage und steigende Objektpreise.

 
Wie sieht die aktuelle Situation in den weltweiten Immobilienmärkten aus und welche Prognosen lassen sich für 2022 treffen?

abendlicher Blick vom Schloßberg in Graz auf Altstadt

Immobilienmarkt 2022 – Die Situation rund um den Globus

Der Immobilienmarkt in Deutschland, Österreich & der Schweiz (update 2022)

Mit einiger Verzögerung im Vergleich zu anderen Weltregionen haben in den letzten Jahren auch in Mitteleuropa die Immobilienmärkte deutliche Sprünge nach oben gemacht. In Deutschland und Österreich haben sich die durchschnittlichen Immobilienpreise seit der Jahrtausendwende verdoppelt. In der Schweiz gab es einen zwischenzeitlichen Zuwachs von mehr als 80 Prozent. Wie in anderen Teilen der Welt sind auch im deutschsprachigen Raum insbesondere Städte wie Zürich, Berlin oder Wien von steigenden Immobilienpreisen betroffen.

Mit Ausbruch der COVID-19-Krise legten die Immobilienpreise in allen drei Ländern eine kurze Verschnaufpause ein, um 2021 erneut mit sehr starken Zuwächsen aufzuzeigen. So legten die Immobilienpreise in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10% zu. Ähnlich ist das Bild in Österreich, während die Preise in der Schweiz mit rund 5% zulegten.

Wie wird sich der Immobilienmarkt im DACH-Raum im Jahr 2022 entwickeln? Laut Analysen der Deutschen Bank werden die Preise in Berlin, Frankfurt, Köln und Stuttgart weiter stark (bis zu 10%) steigen, während die Preisentwicklung in den hochpreisigen Regionen Hamburg und München mit rund 5% niedriger ausfallen soll. In Österreich werden die Immobilienpreise im Jahr 2022 ebenfalls in den Metropolregionen Wien, Graz, Salzburg, Linz und den umliegenden Gebieten weiter steigen. Dem gegenüber stehen Vorarlberg und ländliche Regionen abseits der großen Städte in anderen Bundesländern, wo die Preise stagnieren und zum Teil sogar nachgeben sollen. Die Schweiz rechnet für das Jahr 2022 mit einer Fortsetzung des derzeitigen Trends. Auch hier bleiben Immobilien insbesondere in den urbanen Regionen gefragt.

Der Immobilienmarkt in Australien (Update 2022)

Der Immobilienmarkt in Down Under hat einen rekordverdächtigen Boom von 25 Jahren hinter sich und gilt als weltweites Paradebeispiel für eine Immobilienblase. Ausländische Investitionen, ein steter Zuzug aus dem Ausland und eine anhaltend gute wirtschaftliche Entwicklung haben dem Land steigende Immobilienpreise beschert. Mit dem Ausbruch der COVID-19-Krise schien jedoch ein Höhepunkt erreicht. Denn wie kaum ein anderes Land hat sich Australien nach Ausbruch der Krise abgeschottet. Hinzu kommt, dass viele Chinesen, die zu den wichtigsten Investoren in australische Immobilien zählen, ausblieben. Entsprechend verhalten waren die Aussichten.

Doch entgegen dieser Erwartungen hat sich der australische Immobilienmarkt im Jahr 2021 sehr stark entwickelt. Nach einem Preiseinbruch am Anfang des Jahres legten die Preise massiv zu. In einigen Städten stiegen die Preise für Immobilien seit Q1 um mehr als 20% – der drastischste Preisanstieg seit 20 Jahren! Für 2022 bleibt die Frage, wie nachhaltig diese Entwicklung ist.

Für 2022 sehen Analysten eine Preisentwicklung von 5-8% bei australischen Immobilien. Darüber hinaus sollen die Preise sogar fallen. Denn als Reaktion auf die steigende Inflation wird erwartet, dass die Australian Reserve Bank im Jahr 2023 die Zinsen anheben wird, was die Kreditaufnahme verteuern würde.

LESETIPP: Analyse zum Immobilienmarkt in Australien

Der Immobilienmarkt in den USA (Update 2022)

Nach einem starken Einbruch im Zuge der großen Finanzkrise legten die Immobilienpreise in den USA bis 2017/2018 stark zu und erreichten neue Höchststände. Dann schien sich der Trend langsam umzukehren. Jedoch kam es mit COVID-19 im Jahr 2020 zu keinem erneuten starken Einbruch bei den amerikanischen Hauspreisen. Im Gegenteil. Wie in Australien bewirkte die Intervention der amerikanischen Federal Reserve einen massiven Preisanstieg, der auch Ende 2021 ungebrochen ist. Landesweit legten Immobilien über das Jahr gesehen fast 20% an Wert zu. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch der starke Anstieg an Hausverkäufen in den USA, was auf eine starke Nachfrage schließen lässt.

Die weiterhin hohe Nachfrage nach Wohnraum in den USA ist der Grund dafür, warum viele Analysten auch für das Jahr 2022 mit weiteren Preisanstiegen bei US-Immobilien rechnen. Dazu trägt auch bei, dass eine Anhebung der Leitzinsen durch die FED vor 2023 wohl nicht im Raum steht.

LESETIPP: Droht eine Krise am Immobilienmarkt in den USA?

Der Immobilienmarkt in China (Update 2022)

Umfassende Konjunkturprogramme, ein anhaltender binnenländischer Zuzug in urbane Regionen und ein starkes Wirtschaftswachstum haben auch in China die Immobilienpreise seit zwei Jahrzehnten konstant ansteigen lassen. Während der Boom in den bedeutendsten Metropolen wie Peking oder Shanghai weiter anhält, verzeichneten Städte zweiten und dritten Ranges zuletzt ein Nachlassen der Preise. Kulturell bedingt steckt in China viel Volksvermögen im Betongold und die Bauwirtschaft bildet ein wichtiges Standbein für die Wirtschaft des Reiches der Mitte. Nach dem Ausbruch von COVID-19 in der Provinz Hubei griff China zu drastischen Schritten zur Eingrenzung der Krise. Mit Erfolg – weltweit steht die chinesische Wirtschaft vergleichsweise gut dar.

Auch die positive Entwicklung der Immobilienpreise in China ist weiterhin ungebrochen. So lag das jährliche Preiswachstum für das Jahr 2021 bei rund 7%. Dieser Trend soll sich 2022 fortsetzen. Sorgen bereiten jedoch aktuelle Entwicklungen im chinesischen Immobiliensektor. Evergrande, eines der größten chinesischen Immobilienunternehmen, steht Berichten zufolge knapp vor der Insolvenz. Fällt der Gigant droht ein Dominoeffekt, der den chinesischen Immobiliensektor in Mitleidenschaft ziehen könnte. Ob und in welchem Rahmen die chinesische Regierung Maßnahmen ergreifen wird, ist unklar. So sei Evergrande nicht systemrelevant. Dennoch ist anzunehmen, dass China eine deutliche Wert Wertverminderung am Immobilienmarkt vermeiden will.

LESETIPP: Wie es um den Immobilienmarkt in China steht

Der Immobilienmarkt in den Golfstaaten (Update 2022)

Der Immobilienmarkt auf der arabischen Halbinsel befand sich in den letzten 5 Jahren in einem hartnäckigen Abwärtstrend. Der Ausbruch der COVID-19-Krise hat diese Entwicklung jedoch nicht zusätzlich befeuert. Im Gegenteil: 2022 wird von vielen Analysten als das Jahr gesehen, in dem die Immobilienmärkte in den Golfstaaten den Turnaround schaffen. Getragen wird der Aufschwung von steigenden Ölpreisen, sich verbessernden Wirtschaftsbedingungen und starkem ausländischem Interesse.

LESETIPP: Auf Sand gebaut? Die Immobilienmärkte in den Golfstaaten

Fazit

Solange die Zinsen auf dem derzeit niedrigen Niveau verbleiben, scheint eine Fortsetzung der starken Preisentwicklung in den globalen Immobilienmärkten für das Jahr 2022 wahrscheinlich. Mit einem Anheben der Leitzinsen ist in den kommenden Monaten nicht zu rechnen. Sollten die Auswirkungen der Inflation jedoch zunehmen, könnte bei den Zentralbanken zum Jahreswechsel 2022/2023 ein Umdenken stattfinden. Ein weiteres Risiko stellt der labile Zustand der Weltwirtschaft dar. Eine weltweite Wirtschaftskrise hätte eine starke Abwärtsbewegung an den globalen Immobilienmärkten zur Folge.

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