Alles, was Sie über PropTech wissen müssen

Ob unter dem Begriff PropTech (Property Technology), CREtech (Commercial Real Estate Technology) oder REtech (Real Estate Technology): Neue, disruptive Technologien üben einen immer größeren Einfluss auf die Immobilienbranche aus. Was der aktuelle Stand ist und was die Zukunft bringt, erfahren Sie in diesem Beitrag.


3D-Plan einer urbanen Gegend auf einem Tablet

Was ist PropTech?

Proptech beschreibt die Digitalisierung von Prozessen im Immobiliensektor. Die Digitalisierungslücke in der Immobilienbranche war vor wenigen Jahren noch derartig groß, dass sie engagierten Unternehmern unzählige Möglichkeiten bot, frische Ideen einzubringen und fortschreitende Technologien zu entwickeln. Zahlreiche Start-Ups u.a. in den Bereichen Artificial Intelligence, Blockchain, Coworking, Shared spaces, Smart-Buildings und sogar Crowdfunding begaben sich somit auf den Weg auch in Zukunft die steigenden Anforderungen der Immobilienbranche bedienen zu können. Mit steigenden Baukosten – und Mietern, die zunehmend bessere Wohn- und Arbeitsplatzerfahrungen fordern – gewinnt der Einsatz entsprechender Technologien an Bedeutung.

Welche Bereiche im Immobiliensektor sind besonders von der Digitalisierung betroffen?

Eine Studie von Union Investment gibt Aufschluss darüber, wo PropTech die größten Veränderungen in der Immobilienbranche bewirken wird.

Demnach erwarten rund 63 Prozent der befragten PropTech Unternehmen, dass das Management und die Verwaltung von Immobilien von der Digitalisierung betroffen sein werden. 41 Prozent denken, dass neue Technologien in Zukunft den Kauf und Verkauf von Immobilien verändern werden. Knapp 40 Prozent erwarten, dass PropTech die Suche nach Wohn- und Mietobjekten  beeinflussen wird.

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Übersicht der PropTech Unternehmen in Deutschland (Stand Januar 2019)

Welche PropTech Unternehmen gibt es?

Allein im deutschsprachigen Raum gibt es etwa 320 PropTech Unternehmen, die sich in verschiedene Sparten oder Schwerpunkte aufteilen.

Start-Ups wie Cherre (Künstliche Intelligenz), oder Imagineer (Imaging & Virtual Reality) erweisen sich heute schon als vielversprechend. Wenn von zukunftsweisenden Technologien gesprochen wird, darf auch das Thema Blockchain nicht fehlen, dessen sich beispielsweise das Start-Up Abstract Tokenization widmet. Die Blockchain-Technologie beginnt sich von seiner engen Beziehung mit Kryptowährungen zu lösen und möchte seine Anwendungsmöglichkeiten auf andere Branchen, einschließlich der gewerblichen Immobilienwirtschaft, beweisen.  Aber nicht nur Start-Ups, sondern auch Firmen wie WiredScore (Smart Buildings), AirbnB (Space sharing), WeWork (Co-working spaces) oder PlanRadar (Bauwirtschaft), die sich bereits zu marktführenden Unternehmen entwickeln konnten, werden beinahe im Monatstakt mit Awards ausgezeichnet.

Auch der enorme Teilnehmerzuwachs bei Proptech-Veranstaltungen wie der EXPO REAL spiegelt die Reife und Innovation der gewerblichen Immobilienbranche wider.

Wie schließt PropTech die Kluft zwischen den verschiedenen Akteuren der Immobilienbranche?

Die PropTech-Nische hat sich bereits zu einer Art Wegbereiter der Immobilienindustrie entwickelt. Sie verspricht langfristiges Wirtschaftswachstum in Verbindung mit Lebensqualität und dem optimalen Einsatz von Ressourcen. Sie wird langfristig nicht nur enorme Auswirkungen auf die Industrie haben, sondern auch auf die Endkunden.

Schließlich ist sie in der Lage, alternative Mittel zur Bewältigung vieler aktueller Probleme im Immobilienbereich einzusetzen. Die Immobilienbranche hat gelernt, dass PropTech, einschließlich KI und IoT, für den operativen Erfolg erforderlich sein wird, um die Problematiken des physischen Platzbedarfs bis hin zum massiven Mangel an erschwinglichen Wohnungen auch in Zukunft zu bewältigen.

Einen großen Teil werden dabei die Entwicklungen in der Sensortechnik spielen. Diese sind bereits zwar sehr ausgereift, haben jedoch noch einen langen Weg, um der beinahe utopischen Vision des Einsatzes in selbstlernenden Smart-Buildings, gerecht zu werden. Dabei wird erwartet, dass sämtliche Räumlichkeiten die Gewohnheiten seiner Bewohner von selbst erlernt um Dinge wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse, Geräuschkulisse, etc. selbstständig steuert und individuell anpasst.

Was bringt die Zukunft ?

Der weltweite Umsatz von Proptech-Unternehmen ist seit 2012 stetig gewachsen und erreichte 2018 rund 18 Milliarden US-Dollar. Ebenso stiegen laut Statista die weltweiten Investitionen in Immobilien-Technologie von 33 Millionen US-Dollar im Jahr 2010 auf über 5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017.

Der Markt wächst und ist heiß begehrt. Je mehr sich eine Branche mit Teilnehmern verdichtet, desto mehr nimmt in der Regel auch die Anzahl der Kollaborationen und Firmenfusionen zu. Ob und wann das hier der Fall sein wird, ist in diesem frühen Stadium dieser noch relativ jungen Nische schwer vorherzusagen.

Als Mission gilt weiterhin die Verschmelzung der digitalen Welt mit der gebauten Umwelt, sodass in den nächsten 30 Jahren über die Technologie jene Werkzeuge zur Verfügung gestellt werden können, mit denen die Immobilienwirtschaft nicht nur schneller und kostengünstiger bauen kann, sondern auch weniger Abfall produziert und Ressourcen verbraucht, ohne dabei Kompromisse bei wichtigen Sicherheitsstandards eingehen zu müssen.

PropTech Unternehmen verschaffen sich somit in Zukunft einen erkennbaren Wettbewerbsvorteil gegenüber den fest eingesessenen Big Playern der Immobilienindustrie.

Bedenken Sie, dass auch Ihr Unternehmen es mit den immer schneller werdenden Veränderungen der Branche zu tun haben könnte, wodurch der Immobiliensektor schon heute neu gedacht werden muss.

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