Ein Arbeiter auf Ihrer Baustelle macht Überstunden, um für einen ausgefallenen Kollegen einzuspringen. Er ist gestresst und müde – seine Herzfrequenz steigt und seine Wachsamkeit lässt nach. Die Gefahr eines Unfalls steigt. Glücklicherweise hat Ihr Unternehmen in Internet of Things (IoT) am Bau investiert. Ein Gerät, dass der Arbeiter trägt, sendet eine automatische Warnung an den Bauleiter, der schnell seinen genauen Standort bestimmen und eingreifen kann.

Doch das Internet der Dinge hat noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten im Bauwesen und ist eine der vielversprechendsten Neuheiten der Branche. Aktuelle Zahlen belegen dies: Obwohl der Tech-Sektor sich momentan in einer kleinen Krise befindet, werden jährlich rund 7,5 Milliarden US-Dollar in das Internet of Things im Bauwesen investiert. Obwohl es auch Zweifel gegenüber dem Konzept gibt, bewegt sich der weltweite Trend eindeutig in Richtung des vernetzten Bauens. Smarte und digital verbundene Geräte bringen auf lange Sicht überzeugende Vorteile mit sich und machen das Bauen schneller, sicherer, effizienter und produktiver. 

Was genau also ist IoT auf dem Bau und wie funktioniert es? Dieser Artikel erklärt Ihnen genau das; was IoT im Bausektor ist, wie es genutzt wird und welche Chancen es mit sich bringt.

Internet of Things im Bauwesen: Die Vor- und Nachteile

Was ist IoT am Bau?

IoT im Bauwesen umfasst die Verwendung von mit dem Internet verbundenen Sensoren, die auf Baustellen platziert oder von Arbeitern getragen werden. IoT-Geräte für den Bau erfassen Daten über Aktivitäten, Leistungen und Bedingungen auf der Baustelle und senden sie an eine zentrale Plattform , wo sie ausgewertet werden und die Basis für Entscheidungen bilden.

Traditionell waren die meisten mit dem Internet verbundenen Geräte Computer und Mobiltelefone. Eine Vielzahl von Sensoren kann jetzt einfach und kostengünstig mit einem Chip (wie einer SIM-Karte) aufgerüstet werden, daher der Begriff „Internet der Dinge“. Von Armbändern zur Überwachung der Herzfrequenz über Temperatursensoren bis hin zu Vibrationsmonitoren ist es jetzt möglich, diese Geräte mit einer zentralen Datenbank zu verbinden, sodass viele weitere Aspekte Ihrer Standorte in Echtzeit überwacht werden können. Dies hat enorme Auswirkungen auf Sicherheit, Produktivität und Kostenreduzierung.

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Was sind mögliche Anwendungsbereiche für IoT-Lösungen im Bauwesen?

Viele Bauunternehmerinnen und Bauunternehmer im deutschsprachigen Raum können noch nicht viel mit dem Begriff des Internet of Things anfangen oder wissen nicht, welche Anwendungsmöglichkeiten das IoT hat, sprich, welche Probleme es löst. Dies sollte sich unbedingt ändern, da das IoT vermutlich auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz stark an Bedeutung gewinnen wird. Wer frühzeitig auf den Zug aufspringt und sich mit dem Thema befasst, ist vorbereitet, wenn sich das IoT auch auf Baustellen im DACH-Raum stärker zu verbreiten beginnt.

Doch was sind eigentlich die möglichen Anwendungsbereiche für IoT-Lösungen im Bauwesen? Folgend finden Sie eine übersichtliche Zusammenfassung.

IoT für mehr Baustellensicherheit

Wie im Beispiel am Anfang dieses Artikels beschrieben, haben tragbare IoT-Geräte ein echtes Potenzial zur Verbesserung der Sicherheit auf Baustellen. Wenn alle Mitarbeiter auf einer Baustelle ein Armband oder ein Aufsteckgerät tragen, können Daten über ihre Bewegungen und Aktivitäten verwendet werden, um riskantes Verhalten und andere Risiken frühzeitig zu erkennen.

Nehmen wir das Beispiel einer Münchner Baufirma, die Arbeiter mit aufsteckbaren IoT-Geräten ausstattete. Das Gerät sendet eine automatische Warnung, wenn es eine plötzliche Höhenveränderung von einem Meter oder mehr registriert. Die Idee dahinter ist, den verantwortlichen Bauleiter sofort über Stürze zu informieren. Der Bauleiter bekam über das System angezeigt, dass ein Arbeiter wiederholt zu fallen schien und stellte Nachforschungen an. Wie sich herausstellte, sprang der Arbeiter in eine Grube, anstatt die mitgelieferte Leiter zu benutzen. Er wurde auf die Gefahren seines Verhaltens hingewiesen!

Bessere Arbeitssicherheit dank IoT am Bau

Verbessertes Ressourcenmanagement dank Internet of Things am Bau

Wie viele Stunden werden auf Baustellen verschwendet, um nach Materialien suchen? Wie viele Liter Kraftstoff werden von Leerlaufmotoren verbrannt? Wie viel Zeit verbringen Arbeiter unterbeschäftigt, wenn sie stattdessen zur Unterstützung bei anderen Aufgaben herangezogen werden könnten?

Viele größere Baufirmen haben erkannt, dass internetfähige Geräte das Ressourcenmanagement auf Baustellen erheblich verbessern können. Die komplette Vernetzung von Maschinen, Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter und Materialien ist im Jahr 2022 auf vielen Baustellen noch reine Utopie. In einigen ausländischen Baubranchen, welche im Bereich IoT schon weiter fortgeschritten sind, kommt diese Realität bereits näher. Märkte, auf welchen das Internet of Things auf dem Bau bereits relativ breitflächig angewendet wird, finden sich in Staaten wie dem Vereinigten Königreich, Dänemark und Norwegen.

Im DACH-Raum ist die Entwicklung noch nicht ganz so weit und IoT-Geräte sind auf Baustellen meist noch absolute Exoten. Doch auch hier nimmt die Verwendung zu. Das verbesserte Management von Ressourcen dank Internet of Things am Bau ist auch in Mitteleuropa einer der wichtigsten Treiber der IoT-Technologie für die Baubranche.

Effizientere Berichterstattung und Wartung durch IoT im Bauwesen

Mittels Sensoren auf der Baustelle erfassen Internet of Things-Lösungen kontinuierlich Informationen über die Bedingungen vor Ort. Sensoren können ungewöhnliche Vibrationen an einer Maschine feststellen, die darauf hindeuten, dass sie repariert werden muss. Sie können in Bauteilen Anstiege der Feuchtigkeit erkennen, die Ihre Inspektionsteams über Feuchtigkeitsprobleme informieren. Andere Lösungen helfen wiederum dabei, Brände zu vermeiden.

Für PlanRadar ist dies ein Bereich, den wir mit großer Aufmerksamkeit verfolgen. Unsere App wird als IoT-Lösung für den Bau eingesetzt, indem sie Teams in Echtzeit Informationen über Bauprojekte vermittelt. Durch den verstärkten Einsatz von IoT-Sensoren am Bau versprechen wir uns eine höhere Datenqualität, die die Durchführung von Bauvorhaben noch effizienter macht.

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Hürden für das Internet der Dinge im Bau

Trotz aller Vorteile und obwohl IoT-Geräte bereits auf vielen Baustellen rund um den Globus eingesetzt werden, gibt es noch mehrere Hindernisse, die einer breiteren Akzeptanz im Wege stehen.

Sicherheit und Datenschutz schieben IoT am Bau einen Riegel vor

In erster Linie stellen Sicherheits- und Datenschutzprobleme im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge auf der Baustelle eine Herausforderung dar. Wenn böswillige Akteure einen Weg finden, sich in die IoT-Datenbank eines Unternehmens zu hacken, können sie auf eine wahre Goldmine an sensiblen Informationen zugreifen. Ein Beispiel sind Informationen darüber, wo sich Maschinen befinden oder wo teure Materialien gelagert werden. Ebenfalls problematisch sind Daten, anhand derer sich die Bewegungen von Arbeitnehmern nachvollziehen lassen.

IoT-Lösungen als Kostenfaktor

Die meisten IoT-Geräte sind billig. Trotzdem müssen die Projektverantwortlichen davon überzeugt sein, dass sie die Investition wert sind. Insbesondere bei kleineren Projekten, bei denen eine Überprüfung auch von Menschen schnell durchzuführen ist, lohnt es sich oft nicht, Geld für Sensoren auszugeben. Derzeit macht das Internet of Things im Bauwesen hauptsächlich bei großen Bauvorhaben Sinn.

Einsatzprofile von IoT genau planen

Wie jede andere Technologie spielen auch die besten Sensoren nur dann ihre Vorteile aus, wenn sie richtig eingesetzt werden. So macht es zum Beispiel wenig Sinn, Geld für Feuchtigkeitssensoren auszugeben, wenn das größte Risiko an einem Standort Hitze ist. Sensoren müssen strategisch platziert und ausgewählt werden. Durch einfaches Platzieren von IoT-Sensoren an einem Standort werden Probleme nicht gelöst. Viele Baufirmen müssen erst eine Lernkurve durchlaufen, bevor sie von dieser Technologie profitieren können.

Die Zukunft von IoT am Bau

In den letzten 10 Jahren hat sich das Internet of Things von einem Nischenmarkt zu einem Konzept entwickelt, welches vielen von uns im Alltag begegnet. Smart Lightning, internetfähige Haushaltsgeräte und moderne Autos sind einige Beispiele dafür. Das Internet of Things wird in den nächsten Jahren vermutlich weiter wachsen. Bezogen auf die Baubranche sieht dies nicht anders aus. McKinsey, eines der größten internationalen Unternehmens- und Strategieberatungen, geht davon aus, dass das Internet der Dinge im Bauwesen bis 2025 ein weltweites Volumen von fast einer Billion US-Dollar einnehmen wird. Die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten des IoT machen die Technologie interessanter – auch für kleinere und mittlere Unternehmen.

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