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Schluss mit Excel-Tabellen: Digitale Mängelerfassung mit PlanRadar

Rudi Pistora, Head of Sales Western Europe/ Country Manager DACH bei PlanRadar, im Interview über digitale Mängelerfassung entlang des gesamten Gebäudelebenszyklus, deren Vorteile im Vergleich zu analogen Prozessen und einen Ausblick in die Zukunft des Mängelmanagements gebeten. So viel schon mal vorweg: in rund 5 Jahren werden Künstliche Intelligenz und Augmented Reality auch aus diesem Aspekt in der Betreuung von Bau- und Immobilienprojekten nicht mehr wegzudenken sein.

Im Bauherren Podcast Schweiz lädtMarco Fehr, seines Zeichens ehemaliger Bau- und Projektleiter, Experten aus der Baubranche zum Austausch über baurelevante Themen aus allen Bereichen. Mal geht es um innovative Bauprodukte und Dienstleistungen, mal um mehr Nachhaltigkeit und Effizienz auf der Baustelle. Das Ziel dahinter: Die Expertise der Interviewgäste soll zukünftigen Bauherren, Investoren, Architekten und Bauinteressierten dabei helfen, richtige Entscheidungen zu treffen, die beste Bauqualität zu erreichen und Baumängel zu vermeiden.

Transkript:

Interview über digitale Mängelerfassung mit PlanRadar

Alle älteren Bauleiter kennen noch die Pendenzenerfassung mit Block, Fotoapparat und Doppelmeter beim Baurundgang. Pendenzen werden notiert, fotografiert und in eine Tabelle eingetragen. Doch das hat nun ein Ende – denn es gibt PlanRadar.

Wir sprechen darüber, wie die Pendenzen- bzw. Mängelerfassung ganz einfach digital funktioniert.

Marco Fehr: Wie wurden Pendenzen normalerweise erfasst?

Rudi Pistora: Man merkt, du bist im Thema sehr bewandert. Denn was du angesprochen hast, ist heute auch noch oft gängige Praxis. Wie wird’s gemacht? Der Bauleiter ist bewaffnet mit Papierplan, Klemmbrett, Diktiergerät, Kugelschreiber, Fotoapparat und läuft über die Baustelle. Und wenn ihm etwas auffällt, dann zeichnet er es im Plan ein, macht ein Foto davon und notiert es auf dem Block. Wenn er mit der Begehung fertig ist, dann kommt er zurück ins Büro und fängt an, all diese Informationen nochmal niederzuschreiben in einer lange Excel-Liste zum Beispiel und versucht mit aller Gewalt Fotos in Excel eventuell noch mit einzufügen. Also das ist ein extrem aufwendiger Prozess und natürlich auch fehleranfällig.

Und das ist die eine Art, Mängel zu erfassen. Wichtig ist bei Mängeln oder Pendenzen, den gesamten Prozess zu betrachten, also wirklich ganzheitlich von der Erfassung, aber auch vor allem von der von der Nachverfolgung. Das ist ganz entscheidend. Der klassische Erfassungsprozess ist der, den wir gerade beschrieben haben. Und dann gibt es einen halbdigitalisierten.

Das ist zum Beispiel, wenn man eine Applikation einsetzt, die Mängel mit einem Tool erfasst, aber dann eben auch wieder per Papier die Nachfolge übernimmt. Das heißt, man schickt dann wieder einen Bericht oder wieder eine extra Liste an die Nachunternehmer und das ist natürlich immer noch sehr, sehr ineffizient.

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Und jetzt kommt PlanRadar ins Spiel. Wie funktioniert PlanRadar mit der Mängelerfassung?

Das musst du dir so vorstellen: Du bist mit einem Smartphone oder Tablet draußen auf der Baustelle und führst alle deine Dokumente mit. Das heißt, du hast alle deine digitalen Pläne auf dem Mobilgerät und wenn du draußen etwas entdeckst, dann drückst du auf den Plan, du markierst direkt auf dem Plan an der Stelle, wo du etwas entdeckt hast, und hast dort die Möglichkeit, das Ganze mit entsprechenden Informationen zu ergänzen.

Das heißt mit Bildern, mit Videos, mit Kommentaren, Sprachnachrichten etc. Und sobald du das eingegeben hast, kannst du das direkt an die zuständige Person schicken. Das ist wirklich direkt über die Plattform an den Nachunternehmer oder Partnerunternehmer, mit dem du auf der Baustelle zusammenarbeitest.

Und dieses Partnerunternehmen hat einen kostenlosen Zugriff auf PlanRadar. Es wird automatisch über das System informiert und gibt dann auch direkt über PlanRadar Rückmeldung. Das heißt, die ganze Kommunikation findet dann wirklich zentral über eine Plattform statt und das im Gegensatz zu dem herkömmlichen Prozess, wo eben dann per E-Mail kommuniziert wird, unterschiedliche Excel-Stände verglichen werden und eben viele Sachen am Ende des Tages untergehen.

Du hast jetzt nämlich noch Sprachnachrichten angesprochen. Für mich als Podcaster und ehemaliger Bauleiter natürlich ein super Tool. Ist das bei euch auch schon möglich, dass die eingegebene Sprachnachricht transkribiert wird, also in Wort erfasst wird??

Ja, das ist ein sehr guter Punkt. Selbstverständlich, die Voice-to-text-Funktion wird ebenfalls unterstützt. Das ist auch tatsächlich eine der beliebtesten Funktionen im Bereich der Bauleitung, weil sie einerseits enorm viel Zeit spart und auch deutlich einfacher. Insofern das System lernt laufend dazu, dass es je öfter man es verwendet, desto besser werden auch die Ergebnisse.

Wir benutzen im Prinzip die Siri-Funktion von Apple, die ist ja wirklich international vertreten oder auch bei Android mit dem Google Algorithmus. Und da funktioniert das wunderbar.

Du hast jetzt gesagt Android, also wir haben ja Apple, wir haben Tablets, Android, iPhone, was auch immer. Ist es möglich, dass ich das auf allen Geräten habe? Oder gibt es da Beschränkungen?

PlanRadar ist auf allen Geräten verfügbar, aber das ist auch ganz, ganz wichtig. Das Unternehmen oder der Kunde ist Hardware-unabhängig, kann nutzen, was er möchte und es läuft auch offline. Es benötigt keine permanente Internetverbindung, was ja oftmals nicht der Fall ist auf der Baustelle.

Also dann kann ich auch im Keller im dritten Untergeschoss einen Plan öffnen, der jetzt zwei, drei, fünf oder zehn Megabyte hat und dort meine Mängel dann erfassen?

Genauso ist es. Völlig unabhängig von der Plangröße hast du alles lokal auf deinem Gerät gespeichert und auch jederzeit zugänglich.

Also ich habe Zugang, wie kann ich dann steuern, wer welche Berechtigungen hat?

Ja, sehr gute Frage und vor allem eine Frage, die wir oft gestellt bekommen das Thema Berechtigungen. Weil man will vielleicht nicht, dass jeder alles sieht oder dass jeder alles kann, weil dann eben auch entsprechend Komplexität entsteht. Es gibt ein umfangreiches Rollen- und Rechtesystem, das meistens von den Administratoren betrieben wird.

Und so schränkt man die Rechte doch wirklich auf das ein, was man braucht. Das heißt, die Anwenderinnen und Anwender finden sich sehr schnell zurecht, weil sie eben genau das bekommen, was sie brauchen. Das gilt sowohl für die Bauleiterinnen und Bauleiter als auch für die Nachunternehmer oder ausführenden Firmen, die wie gesagt einen kostenlosen Zugriff haben und auch nur das können, was sie brauchen, nämlich Punkte freimelden, Dokumente oder Fotos hochladen und zurückmelden.

Und wie sieht es dann aus, wenn ich jetzt einen Grundrissplan habe, dort meine Baumängel drauf notiere und jetzt lädt der Architekt einen aktualisierten Plan hoch. Wie funktioniert das denn?

Wenn der neue Plan eingespielt wird, kommt er über den alten Plan drüber und alle Pendenzen oder Mängel, die du aufgenommen hast, werden automatisch auf den neuen Plan übernommen. Es geht vollautomatisiert. Das System erkennt sogar die Unterschiede zwischen den zwei Planversionen und zeigte das hellrot an oder in unterschiedlichen Farben.

Das heißt, das Ganze wird mittlerweile auch stark im Bereich Planprüfung eingesetzt, weil es eben automatisch die Unterschiede zwischen den zwei Versionen gibt.

Ein sehr sehr wichtiges Tool, vor allem wenn der Architekt nicht alle Revisionspunkte in die Planbeilagen reinnotiert.

Vollkommen richtig. Und so ist es eben auch sehr schnell erkennbar, wo Unterschiede oder fehlende Revisionen aufscheinen.

Genau. Und dann ist es eben auch, wie soll ich sagen, klar ersichtlich, wann welcher Plan zu welchem Zeitpunkt hochgeladen wurde. Oftmals ist es ja dann so, man hat schon was gebaut und gesagt „Ja, der Plan war ja schon vorhanden“ und so hat man natürlich auch eine Kontrolle.

Richtig, es ist alles lückenlos dokumentiert mit Datum und Uhrzeit. Man weiß ganz genau, wann ist ein Plan hochgeladen worden und vor allem auch, wann er an die anderen Projektpartner kommuniziert wurde.

Also die kann man auch nicht fälschen, diese Daten oder diese Hochladezeiten?

Es ist absolut und revisionssicher und auch lückenlos dokumentiert.

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Ich möchte einen Schritt weitergehen, nämlich wie wird ein solcher Mangel abgearbeitet, wenn ich jetzt was reingeschrieben habe in den Plan?

Also wenn, wie vorhin erwähnt, der Nachunternehmen und die zuständige Firma hat kostenlosen Zugriff auf PlanRadar und wird auch automatisch über das System informiert. Das heißt, sie bekommen eine E-Mail-Benachrichtigung. Da steht drinnen: „Lieber Nachunternehmer, im Projekt XY wurde ein Riss in der Wand festgestellt“. Der klickt da drauf und bekommt alle Informationen, die du erfasst hat. Das heißt, er sieht sofort wo sich diese Pendenz befindet, die Fotos, die gemacht wurden, die Kommentare, die Fristen. Also wirklich alles, was ihn bei der Abarbeitung dieser Pendenz unterstützt. Und das Ganze, das ist das Tolle daran, hat er kostenlos auf seinem Smartphone oder Tablet zur Verfügung. Das heißt, wir sehen, dass viele von den ausführenden Firmen die Applikation auf dem Handy mitführen und dann fortan nur noch die Punkte ablaufen, für die sie verantwortlich sind. Und das spart natürlich allen Beteiligten enorm viel Zeit.

Und du hast jetzt gesagt für jeden Mangel gibt es ein Mail. Aber gibt es da nicht eine E-Mail-Flut oder wie verhindert ihr das?

Richtig, das ist eine gute Frage. Also der/die Zuständige bekommt einmal am Tag gesammelt eine E-Mail mit den Punkten, für die er/sie verantwortlich ist. Es ist auch wichtig zu verstehen, dass jeder bzw. jede ausführende Firma nur die Punkte bekommt und sieht, für die sie auch zuständig ist. Das heißt, Elektro bekommt Elektro, Sanitär bekommt Sanitär und so weiter und so fort. Und so kann sich jeder auf das fokussieren, wofür er letztendlich auch verantwortlich ist.

Aber auch wenn ich nicht genau sicher bin, wem dieser Mangel jetzt zugeordnet werden soll, also Elektriker oder vielleicht Elektroingenieur. Kann ich da zwei Unternehmen auswählen?

Selbstverständlich. Beide haben den kostenlosen Zugriff und tauschen sich dann auch direkt über die Plattform aus zu eben diesem Sachverhalt bzw. dieser Pendenz.

Jetzt gibt es natürlich auch Vorurteile, PlanRadar oder allgemein solche Apps nicht zu nutzen. Was hörst du am häufigsten? Welches Vorurteil?

Ja tatsächlich ist es das, was du gerade erwähnt hast. Oftmals bekomme ich zu hören „aber meine Nachunternehmer werden das nicht einsetzen“. Viele denken sich, dass die ausführenden Firmen eben noch nicht so weit sind, weniger digitalisiert oder weniger technisch affin. Und das ist ein großer Irrtum. Ja, wir haben mittlerweile sogar auch Nachunternehmer, die ihren Auftraggebern Zugänge zur Verfügung stellen, damit sie Pendenzen und Mängel einfacher über die Plattform kommuniziert bekommen. Also das ist wirklich ein großer Irrtum. Wir generieren auch etliche Kunden aus diesem Bereich und sehen, dass da wirklich ein großer Drang ist nach Digitalisierung und vor allem auch Arbeitserleichterung. Am Ende des Tages geht es um Arbeitserleichterung und Zeitersparnis. Da sind sowohl die Bauleiter als auch die ausführenden Firmen sehr, sehr offen gegenüber.

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Und schlussendlich kann es ja eigentlich auch der Lehrling machen, nur mit seinem Handy, oder?

Das erleben wir auch so, es gibt ja dann bei den ausführenden Firmen auch oftmals die Projektleiter, die gar nicht so drin sind im Thema, nicht täglich auf der Baustelle, sondern eben dann wirklich die Lehrlinge oder die Techniker. Und die haben dann eben den Zugang und laufen die Punkte ab und melden frei, ist erledigt. Machen das Foto dazu und sorgen für eine rasche Bearbeitung.

Wer sind denn eure Kunden? Nur der Bauleiter und Architekt oder wo kann ich das auch sonst noch nutzen?

Wir decken den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie ab. Das heißt, wir haben bereits Planer, Generalplaner, Architekten, wie du erwähnt hast, aber auch die Auftraggeber selbst, die sagen „Ich möchte eine Qualitätssicherung haben“, die das Ganze eben auch selbst nutzen.

Das geht dann rüber zum Bauunternehmen bis hin eben auch zum Facility Management und Instandhaltung. Und dort ist es genau dasselbe Prinzip. Pendenzen beziehungsweise Mängel entstehen sowohl in der Planung als auch in der Ausführung und dann auch im Betrieb einer Immobilie.

Und damit werden wir wirklich über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie eingesetzt. Und das stellt auch für viele Bauherren einen großen Mehrwert dar. Man hat einfach von Anfang an eine lückenlose Dokumentation, auf die ich dann den Betrieb meines Gebäudes aufbaue.

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Welches Gebäude in der Schweiz, welches bekannte Gebäude in der Schweiz nutzt auch PlanRadar?

Also da gibt es einige, aber das Glattzentrum zum Beispiel ist eines, wo PlanRadar zum Einsatz kommt. Wir sind auch beim Flughafen Zürich zum Beispiel eingesetzt worden. Wer dort schon mal in der Lounge war, die ist unter anderem auch mit PlanRadar abgewickelt worden. Also wir werden wirklich von großen namhaften Kunden in der Schweiz eingesetzt. Auch im Bereich Brandschutz, wie zum Beispiel der AFC, aber auch namhafte Bauunternehmen wie eine Kibag oder Implenia arbeiten bereits mit PlanRadar.

Und wenn ich jetzt als Kunde oder erst als Interessent mehr über PlanRadar erfahren möchte, wo kann ich das tun?

Weitere Informationen gibt es auf unserer Webseite unter www.planradar.com und wir bieten eine kostenlose Testphase. In dieser Phase steht die Applikation im vollen Umfang zur Verfügung. Das heißt alle Funktionalitäten zum Ausprobieren.

Und es gibt auch natürlich die Unterstützung von uns, um die Anwenderinnen und Anwender durch die Applikation zu führen. Das heißt, wir nehmen sie wirklich bei der Hand und zeigen, wie das Ganze dann in der Praxis angewendet wird. Ansonsten kann man auch noch direkt Kontakt mit uns aufnehmen über [email protected].

Was denkst du oder was ist deine Meinung? Warum kommen die Kunden zu euch? Was suchen sie?

Die meisten Kunden kommen aus drei Gründen zu uns. Einerseits, weil sie ein Produkt suchen, das sehr, sehr flexibel ist, das sich flexibel an bestehende Prozesse anpasst. Jedes Bauteam oder jeder Architekt macht so etwas Ähnliches wie die anderen, aber doch anders. Und dafür wollen sie eben ein Produkt haben, das sich flexibel anpasst an ihre bestehenden Strukturen.

Das heißt, Sie wollen dann auch eigene Berichte haben oder eigene Workflows und dergleichen. Das sind eben genau die Sachen, für die diese Flexibilität wichtig ist. Gleichzeitig wollen die aber natürlich auch Hardware-unabhängig sein. Und am Ende des Tages ist eigentlich das Wichtigste dran, es muss sehr, sehr einfachen und intuitiv zu bedienen sein. Denn viele Leute im Baubereich haben auch gar nicht die Zeit, sich über Wochen oder tagelang einschulen zu lassen. Wenn sie auf eine Plattform gehen, muss sie wirklich von selbst heraus funktionieren. Und das ist genau der Grund, warum wir kontaktiert werden von vielen Kunden, auch in der Schweiz.

Du hast schon angesprochen, es sind Kunden, unter anderem auch Verwaltungen, solche, die auch Bewirtschaftung einer Immobilie machen. Du hast schon ein bisschen eben schon gesagt Mängel im Betrieb. Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten, wie man das Produkt einsetzen kann?

Ja, also auch ein Anwendungsfall ist natürlich die Planungsphase. Auch in der Planungsphase entstehen zum Beispiel Planungsmängel oder Änderungen, die kommuniziert werden müssen. Da gibt es genauso einen Anwendungsfall wie in der Ausführungsphase, beispielsweise Aufgaben zu delegieren oder Hinweise zu verschicken. „Achtung, bitte schau dir das an!“ Also am Ende des Tages ist PlanRadar wirklich eine Kommunikationsplattform, die eben von der Planungsphase weg in den Betrieb rein funktioniert und somit eine lückenlose, saubere Dokumentation dem Kunden liefert.

Das tönt auch ein bisschen nach BIM, also dass man in die Pläne ganz viele Informationen einfügt. Wie verbindet Ihr BIM mit PlanRadar?

Ja, gute Frage. Also wir unterstützen IFC-Formate. Das heißt, der Kunde oder die Kundin hat die Möglichkeit, BIM-Modelle hochzuladen und direkt im BIM-Modell auch zu dokumentieren.
Das heißt, man hat die Möglichkeit zum Beispiel auf einer Türe einen Punkt zu platzieren und zu sagen hier muss zum Beispiel die Türe ausgetauscht werden oder um 20 Zentimeter weiter nach links verschoben werden. So ist das Ganze dokumentiert und dann bieten wir die Möglichkeit des BCF-Imports und Exports.
So heißt das Format, mit dem man eben innerhalb von BIM kommuniziert. Und wir bieten ihm die Möglichkeit, daraus einen BCF-Export zu generieren und das dann in ein Tool wie zum Beispiel Archicad zu importieren. Der Planer sieht dann sofort „Aha, okay, diese Türe hier muss um 20 Zentimeter weiter nach links versetzt werden“, trägt die Änderungen ein und spielt dann das Modell zurück in PlanRadar und schon hat man wieder die lückenlose Dokumentation.

Und es geht fließend weiter. Ganz egal ob in 2D oder in einem 3D-Modell. Das ist das, was wir aktuell bieten, was auch schon von etlichen Kunden eingesetzt wird. Noch eher weniger, muss ich aber auch dazu sagen. Ist doch eher im Anfangsstadium. Liegt nicht nur an uns, sondern auch an den Kunden selbst. Aber der Trend geht definitiv in die richtige Richtung.

Hm, was denkst du? Warum wird das noch nicht so fest genutzt? Man sagt ja immer BIM ist die Zukunft. Und dennoch sieht man in der Schweiz oftmals BIM wird weniger genutzt als im Ausland.

Das stimmt. Also wenn man das mit den skandinavischen Ländern vergleicht oder auch mit Großbritannien, da haben nicht nur die Schweiz, sondern auch Österreich noch einiges aufzuholen. Ein Grund sind sicher die fehlenden Standards. Der eine arbeitet lieber mit Revit-Modellen, der andere mit Archicad und so weiter. Viele fehlende Standards, die sicher dazu beitragen, dass der BIM-Roll-out etwas gehemmt ist.

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Jetzt hast du uns ganz viele Informationen gegeben, wie eben solche Zeitersparnis und Qualitätsoptimierungen möglich sind. Aus eurer Erfahrung heraus – was ist so die übliche Zeitersparnis wenn man PlanRadar nutzt, pro Woche für einen Bauleiter zum Beispiel?

Ja, das hat uns auch interessiert. Deswegen haben wir vor knapp einem Jahr eine große, umfassende Umfrage gestartet bei unseren Kunden. Und tatsächlich war das Ergebnis sehr überraschend. So zwischen vier und elf Stunden wurden die Werte pro Woche pro Anwender angegeben, wir haben einen Mittelwert von sieben Stunden pro Woche gebildet und das ist natürlich in einer Branche wie der Baubranche ein enormer Wert, das ist fast ein ganzer Arbeitstag. Und da hängt natürlich sehr viel, viel Geld und natürlich Zeit dran. Und ja, das sind enorme Effizienzgewinne.

Nicht nur Effizienzgewinn. Man arbeitet dann auch irgendwie sicherer, weil man weiß, dass man keine Mängel vergessen hat.

Richtig, es sichert einen ab und es ist eine Art Gedankenstütze, eine Bauleiterin oder ein Bauleiter hat zigtausende Aufgaben und Verantwortungsbereiche, Mängel- und Pendenzenerfassung ist nur ein Teil davon. Und da passiert es natürlich auch schon mal, dass Dinge untergehen. Völlig klar und PlanRadar ist die angenehme Gedankenstütze, die sehr einfach zu bedienen ist und dabei unterstützt, das Projekt wirklich schnell und effizient abzuwickeln.

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Wenn ich mir vorstelle, ich bin als Bauleiter bei einer Abnahme oder Übergabe von einem Gebäude, habe schon diverse Mängel abgearbeitet, entstehen wieder neue Mängel. Macht ihr dann auch ein solches Abnahmeprotokoll? Wenn ich jetzt in der Schweiz bin habe ich ja die SIA-Regeln, die da eingehalten werden müssen, auch mit den ganzen Texten. Wie macht ihr das genau?

Wir haben die entsprechende Flexibilität und können uns schon an jeden Markt, also auch die Schweiz, anpassen. Das heißt, wir übernehmen die ganzen Paragraphen und Vordrucke sozusagen und bieten auch die Möglichkeit, das Abnahmeprotokoll direkt vor Ort zu generieren, das heißt auf dem Smartphone oder Tablet und auch unterschreiben zu lassen von den Personen, die vor Ort die Begehung gemacht haben. Und somit ist das wirklich. Wenn man durchgegangen ist, lässt man es sofort unterschreiben von allen Beteiligten, schickt das Ganze raus und damit ist jeder auf dem aktuellen Stand das Protokoll auch in derselben Sekunde erledigt.

Was mich auch noch Wunder nimmt. Es gibt ja verschiedene Gewerke, es gibt den Sanitär, den Elektriker, den Baumeister etc. Da entstehen ja Pendenzen. Könnt ihr sagen, wer mehr Pendenzen notiert? Wie kann man das so ein bisschen analysieren?

Ja, das ist tatsächlich eine Frage, die sich auch viele unserer Kundinnen und Kunden stellen. Und wir bieten eine umfangreiche Statistiken-Funktion, in der sich eben die Kundin oder der Kunde selbst seine eigenen Statistiken baut und damit genau diese Daten herausfinden kann.

Da geht es einerseits wie viele Pendenzen habe ich pro Gewerk aber auch wie lang brauchen wir, um diese zu erledigen oder zu bearbeiten? Das sind ganz wichtige Kennzahlen, die wir mit dieser Statistik-Funktion unterstützen und die natürlich auch zum Monitoring beitragen von einem Projekt. Man sieht auch sehr schön über den Graphen wie hat sich das verteilt? Über die unterschiedlichen Projektphasen, gab es mal mehr, gab es mal weniger. Wie viel Ressourcen muss ich da einplanen, damit wir das so schnell wie möglich abarbeiten können? Also da gibt es viele spannende Funktionen, die die Bauleiterinnen und Bauleiter beim täglichen Tun unterstützen.

Kann man auch verschiedene Projekte miteinander vergleichen?

Richtig, das kann man. Man kann verschiedene Projekte miteinander vergleichen und du kannst auch eine Auswertung z.B. übers Quartal machen über alle deine Projekte. Ich möchte einfach sehen, wie sich das quartalsweise entwickelt hat oder wöchentlich, monatlich, je nachdem, wie die Reports aufmachen.

Und das ist natürlich spannend. So können dann auch eben die Bauleiter anhand von ihrer Tätigkeit bewertet werden.

Es gibt ja schon viele Kunden, die auch ein internes Scoring machen sozusagen. Aber es kann auch regional sein, um zu sehen, was ist in den Regionen in Nord und Süd. Warum haben wir dort 5000 Mängel und Pendenzen im Quartal und dort 2000, obwohl die Anzahl der Projekte ident ist? Also das sind genau diese Information, die die Bauunternehmen haben wollen.

Apropos Pendenzen. Wie wirken sich dann Pendenzen auch auf Verzögerungen aus und dann auch auf eventuell entstehende Mehrkosten?

Ja, da ist natürlich ein großes Thema. Die Auswirkungen können massiv sein, vor allem wenn die Pendenzen beziehungsweise Unstimmigkeiten nicht frühzeitig erkannt werden und wenn das Ganze nicht so rasch und transparent wie möglich kommuniziert wird.

Das kann wirklich enorm sein. Da spricht man dann nicht nur von Tagen und Wochen Verzögerung, sondern von Monaten und Jahren. Du kennst vielleicht das Projekt in Berlin, das Flughafen-Projekt. Da reden wir jetzt von der dreifachen Summe, die ursprünglich geplant war für dieses Projekt, also von zwei auf 6 Milliarden Euro und von der Bauzeit gar nicht zu reden. Also fünf, sechs Jahre hat das Projekt länger gedauert. Das war eben die Kommunikation von Themen, die nicht gepasst hat. Das Thema Kommunikation ist bei allen Projekten dasselbe. Das muss so schnell und einfach wie möglich funktionieren. Und dann führt das auch entsprechend zu schnellerer Abarbeitung von Mängeln und der Umsetzung des Projekts.

Apropos Kommunikation. Wie siehst du das? Wenn ein Tool wie PlanRadar genutzt wird, wird besser oder anders kommuniziert?

Schneller, vor allem schneller und einfacher. Als Bauleiter kriegst du ja unzählige E-Mails pro Tag von unterschiedlichen Gewerken und diese sind dann nochmal abzugleichen mit einer Liste, die du nebenbei führst. Wahnsinn. Und so reduziert sich natürlich der E-Mail-Verkehr massiv. Du hast das alles zentral in einer Plattform und weißt ganz genau, was fällt diese Woche an? Es gibt automatische Erinnerungs-Funktionen, die sowohl dich als auch die zuständigen Firmen erinnern. Das heißt, da wird sehr viel automatisiert und das nimmt natürlich enorm viel ab und vereinfacht die Kommunikation.

Und ich als Bauleiter. Natürlich kann ich Mängel erfassen. Ein Unternehmer selbst hat aber auch die Möglichkeit, dann Mängel, die er jetzt vielleicht gemacht hat oder die er gesehen hat, wo vielleicht was daneben war, kann er auch Hochladen.

Es geht in beide Richtungen. Ja, das kommt ganz darauf an, welche Berechtigungen diese Person bekommt. Grundsätzlich bieten wir wirklich eine Kommunikationsplattform. Es kann natürlich sein, dass der Bauleiter den Nachunternehmern Pendenzen zuweist oder Mängel.

Kann aber natürlich sein, dass der Nachunternehmer dann auch dem Bauleiter etwas kommunizieren möchte, wie zum Beispiel eine fehlende Vorleistung, wo der nicht weitermachen kann, weil zum Beispiel er das vorige Gewerk nicht rechtzeitig fertig geworden ist. Da ist natürlich enorme Kostenersparnis drin, wenn das Gewerk ausfällt und die Baustelle kann nicht weitermachen, weil irgendwer muss das bezahlen. Und so kann man das sehr schnell dokumentieren und kommunizieren.

Als Schlusswort würde ich dich gerne bitten, auch mal in die Zukunft zu schauen. Was denkst du, wie wird sich die Pendenzen- bzw. Mängelerfassung so in fünf Jahren abspielen?

Eine spannende Frage, mit der wir uns intern auch stark beschäftigen. Wir gehen davon aus, dass es dann natürlich Themen geben wird wie Virtual Reality oder Augmented Reality, die einen starken Fokus bekommen und vor allem auch Machine Learning. Also das ist etwas, womit wir uns schon intensiv beschäftigen, dass die Systeme deutlich intelligenter werden und basierend auf den Eingaben der Kundinnen und Kunden auch jetzt schon Vorschläge gemacht werden.

Das heißt das System füllt schon automatisch Kriterien aus, basierend auf deinen vorherigen Eingaben. Und das ist das, wo wir glauben, dass es definitiv in fünf Jahren hingehen wird und hingehen muss.


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