Die 15 häufigsten Baumängel & oft gestellte Fragen und Antworten

Verschiedene Teile eines Gebäudes sind unterschiedlich oft von Baufehlern betroffen. Die folgende Auflistung der 15 häufigsten Baumängel zeigt, an welchen Stellen im Objekt Bauherren und Baufrauen das größte Risiko erwartet. Darüber hinaus beantworten wir in diesem Beitrag die häufigsten Fragen rund um das Auftreten von Baumängeln.


Häufiger Baumangel: Schimmel am Dachstuhl

Oft gestellte Fragen rund um Baumängel

Was ist ein Baumangel?

Ein Baumangel ist laut BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) eine Abweichung von der vereinbarten Beschaffenheit eines Werks oder Gebäudes. Laut VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) liegt ein Baumangel darüber hinaus vor, wenn das Bauwerk nicht den anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Was sind wesentliche Baumängel?

Ein wesentlicher Baumangel liegt vor, wenn die Nutzbarkeit des Gebäudes oder Werks erheblich beeinträchtigt ist oder wenn ein Werk nicht den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Weitere Merkmale eines wesentlichen Baumangels sind unter anderem hohe Beseitigungskosten sowie ein hohes Risiko für den Eintritt von Folgeschäden.

Was ist ein versteckter Baumangel?

Ein versteckter Baumangel ist ein Mangel, der bereits bei der Übergabe des Gebäudes vorhanden war, jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt erkennbar wurde. Wird der Mangel vom Auftraggeber innerhalb der Gewährleistungsfrist festgestellt, kann er gegenüber dem Auftragnehmer Ansprüche geltend machen.

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Wann verjährt ein Baumangel?

Laut BGB verjähren Baumängel nach fünf Jahren ab dem Zeitpunkt der Abnahme. Die VOB spricht bei Mängeln in Bauwerken von einer Gewährleistungsfrist von vier Jahren. Abhängig vom vorliegenden Fall können bei diesen Fristen jedoch Änderungen (Hemmung, Neubeginn) auftreten, z.B. bei Vorliegen eines arglistig verschwiegenen Mangels.

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Die 15 häufigsten Baumängel in Gebäuden

Zusammen mit dem Bauherren-Schutzbund und dem Institut für Bauforschung erfasste das Versicherungsunternehmen AiA im Jahr 2018 im Zuge einer Erhebung rund 5.800 Bauschäden. Die folgende Auflistung verdeutlicht, wo am Gebäude Mängel in Deutschland besonders häufig auftreten:

1. Dach – 9,36%

Am anfälligsten für Probleme ist der Dachbereich. Hier stellt Feuchtigkeit einen Hauptgrund für auftretende Mängel dar. Die daraus resultierende Schimmelbildung kann verschiedene Gründe haben und reicht von Fehlern bei der Dämmung bist zum Einsatz von noch feuchtem Holz beim Bau des Dachstuhls.

2. Decken und Fußböden – 8,25%

Fehler entstehen in diesem Bereich zum Beispiel beim Verlegen des Bodenbelags auf ungeeignetem Untergrund. Ein Klassiker ist auf einer Fußbodenheizung verlegtes Parkett, das durch die aufsteigende Wärme Fugen bildet. Auch Zimmerdecken bergen häufig Potenzial für Ärger – etwa, wenn der Putz auf einer mangelnden Grundierung aufgetragen wurde und nach einiger Zeit herabfällt.

3. Wände – 7,28%

Mängel wie etwa Risse in der Wand können verschiedenen Ursachen haben: Zu wenig Überbindemaß, schlampig verarbeitete Fugen oder der Einsatz fehlerhafter Ziegel

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4. Haustechnik – 5,57%

Der Anteil der Technischen Gebäudeausstattung (TGA) nimmt in Gebäuden jedes Jahr weiter zu. Entsprechend steigt das Risiko mangelhafter Qualität und Ausführungen. Die Probleme sind vielfältig und reichen von nicht ausreichend ummantelten Elektroleitungen bis zu stagnationsbegünstigenden Trinkwasser-Installationen.

5. Fenster und Türen – 5,47%

Undichte Fenster, Hohlräume unter den Fensterbänken oder schlecht schließende Türen sind nur einige der möglichen Baufehler, auf die Bauherr und Baufrau achten müssen.

6. Keller – 5,44%

Der Keller zählt häufig zu den neuralgischen Punkten beim Gebäudebau. Hinzu kommt, dass sich ein Baumangel in diesem Bereich oft nur unter hohen Kosten beseitigen lässt. Ein klassisches Baumangel Beispiel im Keller sind mangelhafte Abdichtungen. Dadurch dringt Nässe leichter durch die Fugen ein, so dass dieser Baumangel Schimmel und andere negative Folgeerscheinungen von Feuchtigkeit begünstigt.

7. Fassade – 3,44%

Ob Warmfassaden oder Kaltfassaden – Das Repertoire möglicher Baufehler ist auch hier lang und reicht von Verfärbungen über Risse bis hin zur Abblätterung. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum Beispiel, wenn die verwendeten Materialien nicht miteinander kompatibel sind.

8. Terrassen und Balkone – 3,31%

Wackelige Geländer, mangelnde Abdichtung zwischen Balkon und Gebäude, Fehler beim Verlegen von Terrassendielen sind nur einige von vielen Bauschäden, die für Ärger und steigende Kosten sorgen können.

9. Garage – 3%

Auch Garagen warten mit einer Anzahl an möglichen Defiziten auf: Dazu zählen zu steile Auffahrten ebenso, wie Risse im Boden, oder zu wenig bzw. zu viel Spielraum beim Garagentor.

10. Fundament – 2,93%

Gibt das Fundament nach, entstehen Brüche in Boden und Wänden. Das Resultat eines solchen Baumangels: Schimmel aufgrund der eindringenden Feuchtigkeit. Auch bei der Dämmung bestehen Risiken.

11. Außenanlagen – 2,20%

Ein Baumangel kann aber nicht nur am Gebäude, sondern auch im Garten und bei den Außenanlagen auftreten. Ein entsprechendes Baumangel Beispiel: mangelnde Abführung, die nach Regenfällen zu Überflutungen führen.

12. Wärme- und Schalldämmung – 2,45%

Immer wieder entstehen beim Bau von Gebäuden unerwünschte Schallbrücken – etwa durch Rohrleitungen oder die Sanitärausstattung. Ein Mangel besteht auch bei einer unzureichenden Dämmung verschiedener Gebäudekomponenten.

13. Treppen – 1,52%

Knarrende oder zu schwach ausgelegte Treppen fallen unter die Baufehler in dieser Kategorie.

14. Schwimmbad – 0,17%

Nur eine verhältnismäßig kleine Anzahl an Gebäuden in Deutschland verfügt über ein eigenes Schwimmbad. Doch Pool & Co. haben mitunter ihre Tücken. Defekte wie Undichte Becken oder Probleme mit der Wasseraufbereitung stellen aber nur bei einem Bruchteil der Untersuchten Objekte ein Ärgernis dar.

15. Schadstoffe – 0,05%

Das Auftreten von giftigen Substanzen in Gebäuden erfolgt zum Glück nur relativ selten. Tritt dieser Fall jedoch ein, stellt auch er einen Mangel dar, der behoben werden muss.

Baufehler: Riss in Ziegelmauer

Nur möglich mit Gutachter: Baumängel zuverlässig entdecken

Wie diese Liste der häufigsten Baumängel in Deutschland zeigt, müssen Bauherren in jedem Objekt mit unliebsamen Überraschungen rechnen. Damit Fälle von Pfusch am Bau nicht über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleiben, lohnt sich das Engagement von Gutachtern oder Sachverständigen.

LESETIPP: Was kosten Baugutachter? 3 Tipps für günstige Gutachten

Risiken bleiben jedoch bestehen. Sei es aufgrund des Fachkräftemangels am Bau oder anderen Ursachen. Je größer ein Objekt ist, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler auch den kundigen Augen eines Gutachters verborgen bleiben. Darüber hinaus wird die Arbeit des Sachverständigen immer schwieriger, je weiter ein Mangel in einem Gebäude zeitlich zurückliegt.

Was tun, wenn Baumängel nach 10 Jahren auftreten?

Untersuchungen zeigen, dass nur rund 20% der verursachten Baufehler im Zuge des Bauvorgangs entdeckt werden. Etwa 69% der Mängel werden innerhalb der vom BGB definierten Verjährungsfrist Baufehler entdeckt. Innerhalb dieses Zeitraums haben Auftraggeber das Recht, Fehler aufzuzeigen und kostenfrei vom Auftragnehmer beheben zu lassen.

LESETIPP: In wenigen Schritten zur Mängelanzeige nach VOB.

Viele Baufehler bleiben somit für einen längeren Zeitraum unentdeckt und die Verjährungsfrist läuft aus. Wer zum Beispiel Baumängel nach 10 Jahren beanstanden möchte, bleibt auf den Kosten zur Behebung sitzen. Es sei denn, der Auftragnehmer oder die Auftragnehmerin kann dem ausführenden Unternehmen nachweisen, dass es nicht ordnungsgemäß ausgeführte Leistungen arglistig verschwiegen hat. In diesen Fällen gilt eine Verjährungsfrist von 30 Jahren.

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  • Die Baupläne lassen sich mit wenigen Fingertipps als PDF oder JPG in die App hochladen.
  • Spart Zeit: Wird im Zuge einer Begehung ein Mangel festgestellt und in der App hinterlegt, werden die verantwortlichen Projektteilnehmer davon unmittelbar in Kenntnis gesetzt.
  • Das Ergebnis ist eine völlig transparente Kommunikation der beteiligten Personen. Der Verlauf von Leistungen ist zudem auch noch Jahre später mit wenigen Klicks aufrufbar und kann exakt nachvollzogen werden. Das vereinfacht eine Mängelbeseitigung nach VOB und BGB wesentlich.
  • Alle Informationen können unkompliziert in Protokollen zusammengefasst und an Dritte weitergegeben werden. Dadurch kann zum Beispiel ein Gutachter Baumängel im Zuge von Begehungen schneller nachvollziehen und das Gutachten liegt schneller vor.
  • Die Bedienung ist in wenigen Minuten auch von Laien zu erlernen – eine Einschulung ist nicht erforderlich.
  • PlanRadar ist für Android, iOS und Windows für alle mobilen Geräte verfügbar – also vom Smartphone bis zum Tablet.

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