Ein Blick auf die Zukunft der Baubranche Großbritanniens

In Großbritannien herrscht derzeit Besorgnis unter Fachleuten des Baugewerbes. Seit dem historischen Brexit-Referendum im Jahr 2016 herrscht bei Unternehmern und den Arbeitskräften des Landes ein gewisses Maß an Unsicherheit. Obwohl der Einfluss eines Brexit auf den Bausektor in Großbritannien noch unklar ist, ist es dringend erforderlich, sich auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten. Unter anderem sind die Bedenken und Befürchtungen vor Auswirkungen auf die Stabilität der Branche, sowie der Infrastrukturfinanzierungen und des Baumaterial- & Fachkräftemangels, groß.

EU Flagge als Puzzle mit Puzzlestück mit britischer Flagge entfernt daneben liegt

Ende 2018 war der britische Bausektor laut Markit/Cips UK construction PMI mit einem merkbaren Aktivitätsschwund konfrontiert, und veranschaulichte auf diese Weise zukünftige Herausforderungen des Marktes. Die Unsicherheiten aufgrund des Brexit haben in Großbritannien einerseits zu einem Rückgang der Bauproduktivität und andererseits zum Stillstand vieler Projekte geführt, was derzeit für die zweitlängsten Verzögerungen hinsichtlich Lieferaufträgen seit dem Jahr 2015 bedeutete.

Britische Baufirmen analysieren nach wie vor zögernd die Situation. Ob die endgültige Vereinbarung nun unter den Zeichen eines weichen oder eines harten Brexits stehen wird, bleibt unklar. Nichtsdestotrotz verlangt die Übergangsphase eine Menge strategischer Überlegungen. Branchenkenner sollten die verbleibende Zeit bis zum offiziellen „Brexit-Day“ (Oktober 2019) mit Bedacht nutzen und große, anstehende Projekte planen, deren Zeitrahmen ausschließlich auf tatsächlichen Fakten basieren.

Brexit und die sich offenbarenden Herausforderungen

Die möglichen Auswirkungen eines Brexit stellt die Fachleute des Bauwesens vor etliche Herausforderungen:

Statistik auf Englisch: Arbeitskräfte Verlust BrexitQuelle: Nettoverlust von EU-Arbeitnehmern betreffend Hausbau und Infrastruktur bis 2020

  • Arbeitskräftemangel

Laut RICS wird angenommen, dass die Branche bei einem „weichen Brexit“ bis zu 136.000 EU-Arbeitnehmer verlieren wird, während diese Zahl bei einem „harten Austritt“ auf fast 214.000 Arbeitnehmer ansteigen würde. Diese Ergebnisse würden für Großbritannien bedeuten, eine Lösung finden zu müssen, welche mehr als 400.000 Menschen pro Jahr findet und anstellt, in der Absicht Missstände im Wohnungs- und Infrastruktursektor auszugleichen.

  • Baumaterialien

Das britische Handelsgeschäft mit der EU ist in hohem Maße von der bilateralen Beziehung beider Wirtschaftskräfte abhängig. Schätzungen zufolge werden 64% der in Großbritannien verwendeten Baumaterialien aus der EU importiert, was einem Wert von 1.3 Mrd. Euro entspricht. Doch als die schwerwiegendsten Folgekosten im Falle einer Trennung wird der Verlust des bestehenden Freihandelsabkommens gesehen.

  • Europäische Finanzierung

Obwohl die Bedingungen des Brexits noch nicht vollständig geklärt sind, wird erwartet, dass die Verhandlungen zu einer enormen finanziellen Knappheit im Land führen werden, welche den Markt hart treffen und sich auf die Großprojekte des Landes auswirken wird.

Ungeachtet des Ergebnisses der Verhandlungen haben viele Bauunternehmen in Großbritannien beschlossen, bestimmte Projekte und Investitionen terminlich hinauszuschieben, bis sich die Situation geklärt hat. Vorbeugend zum Brexit versuchen andere Firmen ihr Personal langfristig an sich zu binden.

‘’Dropped like a stone’(zu deutsch: “Fallen gelassen wie ein Stein”), wie der Guardian die Leistung der britischen Bauindustrie im Juni 2019 beschrieb und bekannt gab, dass zu dem Zeitpunkt die niedrigste Leistungsrate seit über 10 Jahren erreicht wurde. Wer war der Sündenbock? Firmen entschieden sich der aktuellen Brexit-Situation die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Während der Markt immer noch wenig Spielraum zulässt, um den Auswirkungen eines Brexits zu entgegnen, wurde von ECA, BESA, und Select eine branchenweite Umfrage durchgeführt, um die Ansichten des gesamten Gebäudetechniksektors zu ermitteln. Das Ergebnis ergab, dass 46% der Ansicht sind, dass der Brexit positive Auswirkungen auf Unternehmen haben wird, während der Rest der Umfrageteilnehmer der Ansicht ist, dass die Auswirkungen negativ oder ungewiss sein werden.

Ein weiterer Teil der durchgeführten Umfrage ergab, dass 92% der Befragten qualifizierte britische Arbeitskräfte vor EU-Arbeitsimmigranten bevorzugen. Darüber hinaus halten es 17% für vorrangig sich auf dem Arbeitsmarkt frei bewegen zu können.

Der Brexit-Effekt auf den Wohnungsmarkt

Die Unsicherheit steigt und die Zukunft des britischen Wohnungsmarktes steht auf dem Spiel.

„Es hat den Anschein, als würden diejenigen, die Immobilien im gesamten Preisspektrum kaufen und verkaufen möchten, als auch diejenigen, die in den britischen Wohnsektor investieren möchten, Entscheidungen aufschieben, bis mehr Sicherheit herrscht.“– Hew Edgar, strategischer Leiter bei RICS.

Eine dazu durchgeführte Umfrage sollte feststellen, welche Faktoren Käufer und Immobilienmakler beeinflussen, aber vor allem, ob diese Faktoren einem No-Deal Brexit zuspielen würden.

Das zweite Quartal 2019 markierte den größten Anstieg der Immobilienpreise seit Anfang 2017 und verzeichnete einen Anstieg um 5,7% nach den 5,2% des vorangegangenen Quartals. Edgar fügte hinzu:

„Vor dem Referendum ergab unsere Untersuchung, dass der Brexit nur das obere Ende des Wohnimmobilienmarktes betreffen würde, da die Bereiche des unteren und mittleren Marktes vom Inland bestimmt werden. Nun scheint es jedoch so, als würden diejenigen, die Immobilien im gesamten Preisspektrum kaufen und verkaufen möchten, sowie diejenigen, die in den britischen Wohnsektor investieren möchten, Entscheidungen aufschieben, bis mehr Sicherheit herrscht. ‘’

Schlussendlich hat die britische Bevölkerung jegliche Debatte über die sinkende Finanzierbarkeit des Wohnens bereits zur Erschöpfung diskutiert. Ein langwieriges Thema, das viele bereits dazu ermutigt hat, nach realistischeren Lösungen wie dem Co-living zu suchen. Bauunternehmen müssen dringend an der Steigerung der Qualität arbeiten und unter Einhaltung der globalen Sicherheitsstandards sämtliche Kundenanforderungen erfüllen, während die eigene Produktivität stetig verbessert wird. Aber ist diese Aufgabe erzielbar, wenn die Auswirkungen des Brexit noch immer unklar sind? Wir denken, ja! Der Bausektor ist ständig mit neuen Herausforderungen und Hindernissen konfrontiert, was Unternehmen dazu veranlasst, sich an den neuesten technologischen Lösungen zu orientieren, die es ihnen ermöglicht, der Konkurrenz voraus zu bleiben.

Wir bei PlanRadar sind davon überzeugt, dass die Digitalisierung des Bauwesens Unternehmen auf dem Weg zum Projekterfolg allfällige auftretende Herausforderungen nachhaltig bewältigen lässt. Während die politische Unsicherheit den Außendienstmitarbeitern nach wie vor Schlaflosigkeit bereitet, bietet sich eine Lösung an, die so einfach wie eine Cloud-basierte Plattform ist und die Bedenken hinsichtlich der Ressourcenknappheit beseitigt.

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